Sauber arbeiten am Tatort

NRW-Kripobeamte bekommen neue «Brandmobile»

Wenn die Flammen gelöscht sind und in Trümmerfeldern die Suche nach der Ursache beginnt, schlägt die Stunde von Ermittlern wie Torben Konrad. Jetzt bekommen Konrad und seine Kollegen in NRW derzeit neue «Arbeitsplätze». 

Torben Konrad, Kriminalhauptkommissar beim Polizeipräsidium Düsseldorf, stellt sein neues „Brandmobil“ vor.

VON FRANK CHRISTIANSEN  (dpa)
Wenn alles in Schutt und Asche liegt, schlägt die Stunde von Torben Konrad und seinen Kollegen. «Es stinkt, es ist dreckig und oft auch umweltschädlich», berichtet Brandursachen-Ermittler Konrad (43) über seine Arbeit.

Die nordrhein-westfälischen Brand-Ermittler der Polizei bekommen derzeit landesweit neue, speziell ausgestattete «Brandmobile». Die Transporter kosten pro Stück 105.000 Euro. Polizeipräsidien und Kreispolizeibehörden erhalten jeweils eines der Spezialfahrzeuge.

Mit seinem neuen Arbeitsplatz ist Konrad sehr zufrieden: «Ich habe diesmal nichts zu meckern», sagt der Kommissar. Sehr gut und für den Arbeitsschutz wichtig sei die Unterteilung der Brandmobile in einen weißen und einen schwarzen Bereich.

Schwarz und weiß 
«Im weißen, nicht kontaminierten Bereich können wir mit Zeugen sprechen und uns untereinander beraten», sagt Konrad, der seit elf Jahren Brandursachen ermittelt. Auf der An- und Abfahrt ist er dabei auch von den gesundheitlich oft bedenklichen Stoffen im Heck des Transporters getrennt.

Denn in diesem «schwarzen» Bereich sind die Schaufeln und Harken gelagert, die Schutzanzüge, schmutzigen Stiefel und die Behälter für den Brandschutt, der als Probe vom Brandort mitgenommen wird.

Das neue „Brandmobil“ wird künftig bei der Ermittlung von Brandursachen eingesetzt.

Die neuen Spezialfahrzeuge ersetzen alte, selbst ausgestattete Transporter. Sie sind voll ausgestattet und haben die gesamte Ausrüstung einschließlich Foto-Ionisationsdetektor an Bord und jede Menge Werkzeug. Denn Brandursachen-Ermittler müssen ein Puzzle zusammensetzen, sprich: den Brandort rekonstruieren.

Ausschlussprinzip bei Ursachenforschung  
Erst wenn der verbrannte Tisch wieder an seiner alten Stelle steht und das Regal am alten Platz hängt, kann nachvollzogen werden, wo genau das Feuer seinen Ausgang genommen hat. Und dann kann man sich der Ursache widmen.

«Wir gehen nach dem Ausschlussprinzip vor», verrät Konrad. Könnte ein Blitzeinschlag das Feuer verursacht haben oder Selbstentzündung etwa durch Leinöl? War es Strom, oder ein Teelicht? Waren Brandbeschleuniger im Spiel? Wenn es einen Brandstifter gibt: Hat er fahrlässig oder vorsätzlich Feuer gelegt?

Die Proben vom Brandort kommen in versiegelte Tüten und werden dann im Landeskriminalamt genau analysiert. Bei welchen Ausdünstungen aus einem ausgebrannten Auto handelt es sich um die Gerüche der dort verbauten Materialien und welche gehören nicht hinein?

Alte Transporter bekommen neue Aufgaben  
«In 90 bis 95 Prozent der Fälle können wir die Ursache ermitteln», sagt Konrad. Damit ihr Puzzlespiel ihnen künftig nicht mehr so sehr auf den Rücken geht, steht für die schweren Sachen nun sogar eine Sackkarre parat.

Die alten Transporter würden aber nicht verschrottet, sondern weiter verwendet – mit neuem Zweck. Zunächst müssen sie aber sehr gründlich gereinigt werden.

Fotos:  Roberto Pfeil / dpa    (Bildbearbeitung: e110)

17.11.22 wel