Schrecklicher Beifang: Angler fischt Damenschuh mit Leichenteilen aus Kanal

Hamburg (dpa) – Grausiger Fund beim Angeln: Ein Mann hat gestern Leichenteile aus dem Ernst-August-Kanal in Hamburg gefischt. Es handelt sich eindeutig um menschliche Überreste, sagte ein Polizeisprecher am Abend. Der Angler hatte die Polizei den Angaben nach kurz nach 11 Uhr über den Fund informiert. Sofort seien Taucher und die Mordkommission angerückt, um den Kanal nach weiteren Leichenteilen abzusuchen. Der Einsatz wurde gestern Abend gegen 19 Uhr beendet. 

Zunächst hatte der Angler einen Frauenschuh aus dem Kanal unter einer Bahnbrücke gezogen, in dem sich mehrere Knochen befanden. Anschließend hatte er eine Tüte mit weiteren menschlichen Überresten an die Wasseroberfläche befördert. Nachdem er einen kurzen Blick darauf werfen konnte, versank die Tüte wieder.

Über die Identität der Leiche kann die Polizei noch keine Angaben machen. «Wir gehen jedoch davon aus, dass die Überreste dort schon länger gelegen haben könnten», sagte ein Polizeisprecher. Die Ermittlungen der Mordkommission und der Staatsanwaltschaft dauern an. Weitere Erkenntnisse sollen nun die rechtsmedizinischen Untersuchungen ergeben.

Der Fall erinnert an eine Prostituierte, die unter dem Namen Rosa in Hamburg-St. Georg gearbeitet hatte. Sie war im Sommer 2017 getötet und ihr Körper zerstückelt worden. In den folgenden Wochen waren immer wieder Leichenteile verstreut in der Elbe und im Goldbekkanal entdeckt worden. Der Fall ist bis heute ungeklärt. Einen erkennbaren Zusammenhang mit dem Fund der Leichenteile in Wilhelmsburg gibt es nach Angaben der Polizei bislang jedoch nicht.

16.01.23 wel