Schüsse auf Geldautomatensprenger – Ein Täter verletzt, zwei geflohen

Castrop-Rauxel/Frankfurt am Main (dpa) – Nach der Sprengung eines Geldautomaten in Castrop-Rauxel (NRW) ist ein Verdächtiger durch den Schuss aus einer Polizeiwaffe verletzt worden. Zwei mutmaßlichen Komplizen gelang die Flucht. Die Polizei geht davon aus, dass auch die Verdächtigen geschossen haben, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Ermittlerkreisen erfuhr. Der Verdächtige wurde festgenommen und ins Krankenhaus gebracht. Lebensgefahr bestand nicht.

Zunächst wurden nur Patronenhülsen von Dienstwaffen gefunden, hieß es. Das könnte daran liegen, dass die mutmaßlichen Automatensprenger einen Revolver hatten – eine solche Waffe spuckt keine Hülsen aus. Das hoch motorisierte Fluchtfahrzeug der Verdächtigen wurde in Tatortnähe gefunden und auf Spuren untersucht.

Polizei immer nah dran 
Nachdem eine Zeugin der Polizei am frühen Donnerstagmorgen eine Detonation gemeldet hatte, fuhr ein Streifenwagen zu der Sparkassen-Filiale und entdeckte dort drei Tatverdächtige. «Im weiteren Verlauf kam es zu mehreren Schussabgaben», so die Polizei. Die Beamten blieben dabei unverletzt.

Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte heute der dpa: «Seit Februar ist jeder verfügbare Streifenwagen nachts auf der Straße, nah an den Geldautomaten. Das ist ein Baustein in unserem Kampf gegen die Sprenger – und der trägt Früchte: Heute Nacht war die Polizei unheimlich schnell vor Ort, hat die Verdächtigen auf frischer Tat ertappt.»

Drei Festnahmen in Niederlanden 
In den Niederlanden sind jetzt drei Männer wegen des Verdachts von Geldautomatensprengungen in mehreren deutschen Bundesländern gefasst worden. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das Hessische Landeskriminalamt (LKA) mitteilen, sind die Beschuldigten 22, 27 und 28 Jahre alt. Sie sollen an mehreren Geldautomatensprengungen in Hessen, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz in den Jahren 2021 und 2022 beteiligt gewesen sein.

19.05.22 wel