Schüsse, Explosion, Verletzte

Räuber überfallen Geldtransporter in Saarlouis

Spektakulärer Überfall auf einen Geldtransporter im Saarland nahe der Grenze zu Frankreich: Laut Polizei fallen Schüsse, es gibt eine Explosion und mehrere Verletzte. 

Einsatzkräfte stehen an dem gelöschten Geldtransporter, der in Saarlouis von Unbekannten überfallen und in Brand gesetzt worden ist.

VON OSCAR FUCHS  (dpa)
Es sind Szenen wie aus einem Hollywood-Streifen: Mehrere Räuber passen einen Geldtransport im saarländischen Saarlouis ab und rammen einen Kleinwagen in den Transporter. Es kommt zu einem Schusswechsel und einer Explosion: Die unbekannten Täter sprengen den Transporter auf. Mehrere Polizisten und ein Sicherheitsmann werden dabei verletzt. Am Tatort, in der Neue-Welt-Straße, bleibt ein Bild der Verwüstung zurück. Der ausgebrannte Geldtransporter steht quer, mehrere weitere Autos sind völlig verkohlt, Patronenhülsen liegen auf dem Asphalt.

Die Räuber erbeuten Bargeld und flüchten mit zwei PS-starken Autos Richtung französische Grenze. Dabei werden sie von der Polizei verfolgt. Dennoch: offenbar gelingt ihnen die Flucht. Wie hoch die Beute ist, will die Polizei aus «ermittlungstaktischen Gründen» nicht sagen. Nun läuft eine Großfahndung mit der Bundespolizei und benachbarten Behörden – auch in Frankreich.

Hecktür aufgesprengt  
Der Überfall verlief laut Polizei nach einer peniblen Planung. Nach den bisherigen Ermittlungen warteten die Täter gestern Morgen an einer Kreuzung im Stadtteil Lisdorf auf den Geldtransport. Als der in eine Kurve einbog, rammte ein Kleinwagen den Transporter und brachte ihn zum Halten. Es kam zum Schusswechsel und einer praktisch zeitgleichen Explosion am Heck. Beide Fahrzeuge gerieten in Brand. Auch andere Autos in der Nähe wurden beschädigt.

Nach dem Überfall sind noch einige Fragen offen. Ob die Verletzten Schussverletzungen erlitten, ist unklar. Und auch was die Explosion verursachte, die die Hintertüren des Transporters aufsprengte und weitere Autos beschädigte. Kriminaltechniker sollen das untersuchen und herausfinden, ob und was für ein Sprengsatz zum Einsatz kam.

Haben Polizisten auch geschossen?  
Laut Polizeisprecher soll nun auch der Schusswechsel rekonstruiert werden. Ob daran die Polizei beteiligt war, gelte es zu ermitteln. Gegenstand der Ermittlungen ist ebenfalls, mit was für einem Waffentyp die Räuber schossen. Die Polizei sucht nach möglichen Zeugen. Bürgerinnen und Bürger, die direkt von dem Vorfall betroffen wurden, können sich per Telefon an eine psychosoziale Betreuung wenden.

Laut Polizeisprecher sind derart spektakuläre und gefährliche Raubüberfälle eine Seltenheit – wohl auch wegen des hohen Risikos. Im Juli des vergangenen Jahres überfielen Unbekannte einen Geldtransporter in Köln, beschossen diesen und flüchteten schließlich ohne Beute. In Berlin gab es in den vergangenen Jahren eine Reihe von Überfällen auf Geldtransporter – im Februar 2021 erbeuteten als Müllmänner verkleidete Kriminelle dort etwa 650.000 Euro.

Die mutmaßlichen Täter von Saarlouis wurden noch am Abend in der Nähe von Paris festgenommen (e110 berichtete)

Foto:  BeckerBredel / dpa

14.01.23 wel