Ex-Häftling seit 1997 vermisst

Polizei befürchtet ein Verbrechen

(XY-Sendung vom 3. August 2022)
Eine Frau in Holzminden bemerkt, dass in der Wohnung ihres Nachbarn ständig Licht brennt. Sie klingelt, niemand öffnet. Die Polizei findet nichts Verdächtiges in der Wohnung, doch der Mieter ist verschwunden.

XY-Szenenfoto

Der vermisste Wolfgang Knoll ist in der ehemaligen DDR aus politischen Gründen im Gefängnis gewesen und wurde von der Bundesrepublik freigekauft. Kurz danach gerät er hier mit dem Gesetz in Konflikt und verbringt viele Jahre in der JVA Kassel. Nach seiner Entlassung zieht er nach Holzminden, in den Ortsteil Neuhaus. Die Wohnung hat ihm eine Bekannte vermittelt, die er während seines Gefängnisaufenthalts über eine Brieffreundschaft kennengelernt hat. Sie wohnt in der Nachbarschaft.

Vermisst: Wolfgang Knoll

Ärzte stellen Erkrankung fest
Wolfgang Knoll hat einen Mitbewohner, den er ebenfalls aus dem Gefängnis kennt. Dieser ist eigentlich bei seinen Eltern in der Nähe von Cottbus gemeldet, verbringt aber viel Zeit bei Wolfgang Knoll in Holzminden. Anfang 1997 erfährt Knoll, dass er an Hepatitis C erkrankt ist und in die Klinik muss.

Auf der einen Seite hat er etwas Angst vor Ärzten und auch vor der Klinik. Auf der anderen Seite ist er froh, dass die Ursache für sein Unwohlsein gefunden wurde und behandelt werden kann.

Sein Mitbewohner will ihn in die Klinik nach Göttingen bringen und anschließend zu seinen Eltern Richtung Cottbus weiterfahren. Doch zwei Tage vor der geplanten Fahrt will Wolfgang Koll offenbar nicht mehr, dass ihn sein Mitbewohner in die Klinik fährt und schickt ihn einen Tag früher, am 23. Februar 1997, zu dessen Eltern.

Knoll wohnte zuletzt in Holzminden-Neuhaus.

Mysteriöses Verschwinden
Am nächsten Tag erscheint Wolfgang Knoll nicht in der Klinik. Sein Bewährungshelfer erstattet Vermisstenanzeige. Bis heute fehlt von dem damals 45-Jährigen jede Spur. Dass er einen Unfall hatte oder freiwillig untergetaucht ist, erscheint eher unwahrscheinlich. Auch für einen Suizid findet die Polizei keine Gründe, wenngleich sie das nicht ganz ausschließen kann.

Wurde Knoll Opfer eines Verbrechens? Zumindest spricht einiges dafür, dass ihm etwas zugestoßen ist. Denn außer ein paar Dokumenten hat er nichts mitgenommen – auch nicht seine Medikamente oder das Notizbuch, das er eigentlich immer dabei hatte. In der Wohnung finden sich keine Blut- oder Kampfspuren. Auch Leichenspürhunde schlagen nicht an.

Personenbeschreibung:
Wolfgang Knoll war 1997, als er verschwand, 45 Jahre alt, 1,82 m groß und schlank, hatte aber einen muskulösen Oberkörper. Er hatte eine Stirnglatze mit grauem Haarkranz, den er zuletzt braun gefärbt hatte. Knoll trug einen Schnauzbart und hatte zahlreiche Tätowierungen auf Armen, Brust und Rücken.
Seine Kleidung zum Zeitpunkt seines Verschwindens: schwarze Lederjacke, grau-schwarz-weiß gemusterter Strickpullover, schwarze Jeans.

In diesem Auto war Wolfgang Knoll regelmäßig unterwegs.

Er war oft mit seinem Mitbewohner in einem alten Opel Ascona unterwegs, der auf Knoll zugelassen war, aber überwiegend vom Mitbewohner benutzt wurde. Das Fahrzeug hatte ein Holzmindener Kennzeichen (HOL- …).
Das Auto ist nicht verschwunden, kann aber helfen, sich an Knoll zu erinnern.

Verschwundene Gegenstände:
Personalausweis, AOK-Gesundheitskarte und Bankkarte der West-LB – alles ausgestellt auf den Namen Wolfgang Knoll.

Fragen nach Zeugen

  • Wer hat Wolfgang Knoll nach seinem Verschwinden noch gesehen?
  • Wer kann etwas zu seinem Verbleib sagen?
  • Wem sind die verschwundenen Gegenstände irgendwo aufgefallen?

Zuständig: Kripo Hameln, Telefon: 05151 / 93 30