Seniorin stirbt nach Raubüberfall: 15-Jähriger als Täter gefasst

Berlin (dpa) – Nach dem Tod einer Seniorin, die Opfer eines Raubüberfalls in Berlin-Gesundbrunnen war, ist ein 15-Jähriger gefasst worden. Der mutmaßliche Täter wurde gestern nach einem weiteren Raubüberfall auf eine 79-Jährige im Stadtteil Reinickendorf festgenommen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft heute mit. Gegen ihn wird wegen Raubes mit Todesfolge ermittelt. Der Jugendliche ist der Polizei bereits mehrfach durch vergleichbare Taten aufgefallen, heißt es.

Die 75-Jährige war nach dem Überfall am Dienstag mit Verletzungen im Gesicht und einem gebrochenen Oberschenkel ins Krankenhaus gekommen. Dort starb sie wenig später  (e110 berichtete).  Der 15-Jährige soll der Frau bei dem Überfall ins Gesicht geschlagen und dann so lange am Einkaufsbeutel der Seniorin gezerrt haben, bis der Henkel abriss und die Frau zu Boden stürzte.

Faustschläge ins Gesicht  
Gestern Nachmittag erging es der 79-Jährigen in Reinickendorf ähnlich: Sie wurde nach Angaben der Ermittler plötzlich von hinten zu Boden geworfen. Als die Seniorin am Boden lag, soll der Beschuldigte ihr mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen und die Handtasche entrissen haben. Gleichwohl kam die Frau mit leichten Verletzungen im Gesicht und an der Hüfte davon.

Polizisten des zuständigen Bereichs suchten nach dem Überfall die Umgebung nach dem 15-Jährigen ab und stellten diesen schließlich mit Hilfe eines 40 Jahre alten Passanten in einem Wohngebiet, wie es hieß. Ein Teil der Beute war bereits in der Nähe des Tatorts gefunden und dem Opfer zurückgegeben worden.

GdP-Chef: Versäumnisse des Rechtsstaats  
Der Chef der Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP), Stephan Weh, zeigte sich erschüttert über die massive Gewalt des mutmaßlichen Täters bei der Aussicht auf ein paar Euro. «Angesichts solcher Fälle und wachsenden Skrupellosigkeit müssen wir dann schon auch festhalten, dass es der Rechtsstaat anscheinend verpasst hat, rechtzeitig Grenzen aufzuzeigen und der aufkeimenden Gewaltspirale frühzeitig entgegenzutreten», meinte Weh. 

28.07.22 wel