Betrogene Gefühle

"Sextortion": Am Ende geht's um Geld

(XY-Spezial vom 31. März 2021)
Wer im Internet auf Partnersuche geht, sollte vorsichtig sein. Liebesbetrüger haben sich vor allem auf einsame Damen spezialisiert. Wer hereinfällt, ist am Ende nicht nur sämtliche Ersparnisse los, sondern auch das Vertrauen in die Liebe.

XY-Szenenfoto

Die Betrüger finden ihre Opfer – meist alleinstehende Frauen – im Internet. Sie ergreifen die Initiative und schreiben die Damen in sozialen Netzwerken oder auf Dating-Seiten an – in aller Regel in englischer Sprache. Sie geben sich charmant, wortgewandt und einfühlsam. Sie scheinen der perfekte Partner zu sein.

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 Emotionale Abhängigkeit
Über Wochen, Monate oder sogar Jahre telefonieren oder chatten sie mit ihren vermeintlichen Herzensdamen. Zu persönlichen Treffen kommt es in der Regel nicht. Als Ausrede dienen etwa die große räumliche Distanz oder ein angeblicher Job im Ausland.

Haben die Betrüger erstmal das Vertrauen ihrer Opfer, nutzen sie dieses schamlos aus. Sie überreden die Frauen zu freizügigen Fotos, die sie sich schicken lassen. Im Gegenzug senden sie ebenfalls Nacktbilder – die sie zuvor allerdings aus dem Internet kopiert haben.

Plötzliche Geldforderung
Kurz darauf sprechen die Betrüger plötzlich von einer großen persönlichen Krise, die sie in Geldnot gebracht habe. Die Geschichten variieren – von gesundheitlichen Problemen über den Diebstahl wertvoller Güter bis hin zu Erpressung. Am Ende wollen die Täter nur eines: die Opfer dazu bringen, Geld ins Ausland zu transferieren – meist über Money Gram oder Western Union. Die zu Beginn meist geringen Geldforderungen werden dabei stetig erhöht.

Bekommen die Frauen doch irgendwann Zweifel, lassen die Betrüger ihre Maske fallen: Sie erpressen die Opfer mit ihren pikanten Nacktfotos, um noch mehr Geld zu bekommen. Wer nicht zahlt, dessen Bilder werden – so die Drohung – in den sozialen Netzwerken veröffentlicht.

Kein Happy End
„Sextortion“ lautet der Fachbegriff für dieses Phänomen. Den Opfern bleibt am Ende nur der Gang zur Polizei. Doch die kann in den meisten Fällen auch nicht helfen. Die Täter agieren von Ländern aus, in denen die deutschen Behörden nicht tätig werden können. So bleibt den betrogenen Frauen nur, sich eine neue Handynummer und E-Mail-Adresse zuzulegen und auf das Verständnis und die tröstenden Worte von Freunden und Familie zu hoffen.

Wie erkennt man Liebesbetrüger?

  • Die Kontaktaufnahme erfolgt immer über Dating-Seiten oder soziale Netzwerke. Die Täter verwenden dabei meist eine deutsche E-Mail-Adresse.
  • Die Kommunikation erfolgt jedoch in englischer Sprache. 95 Prozent der Englisch sprechenden Kontakte auf Dating-Seiten sind Liebesbetrüger.
  • Die vermeintlichen Traumpartner senden schnell schwülstige Liebesschwüre.
  • Plötzlich wird eine Verbindung nach Westafrika hergestellt. Dann ist die Rede etwa von einer Geschäftsreise, familiären Problemen etc..
  • Früher oder später folgt die Bitte um Geld / Päckchenversand / Visum oder ein gemeinsames Konto. Vorsicht vor allem bei der Bitte um Ausweiskopien! Diese niemals versenden!

Was tun, wenn man betrogen wurde?

  • Ignorieren Sie den Betrüger! Brechen Sie den Kontakt sofort ab!
  • Überweisen Sie kein (weiteres) Geld!
  • Sichern Sie alle Chatverläufe zu Beweiszwecken!
  • Holen Sie sich Hilfe bei Freunden, Familien und vor allem bei der Polizei!
  • Legen Sie sich neue Erreichbarkeiten zu! Am besten benutzen Sie im Vorhinein eine eigene Mail-Adresse für Bekanntschaften, die Sie über Dating-Seiten oder soziale Netzwerke geschlossen haben.

Screenshots:  © Securitel / ZDF