Skelett im Wald

Spuren deuten auf Mord hin

(XY-Sendung vom 15. September 2021)
Seit 1994 gibt der Fund eines unbekannten Toten im Wald der Polizei Rätsel auf. Dank verbesserter DNA-Analyse gibt es einen neuen Ermittlungsansatz.

XY-Szenenfoto

Am Pfingstmontag, 23. Mai 1994, finden zwei spielende Jungen in einem Wald bei Beiert in der Gemeinde Ruppichteroth in NRW mehrere Knochen. Sie informieren die Polizei. Es stellt sich heraus, dass es sich um die sterblichen Überreste eines Menschen handelt. Die Polizei findet an der Stelle weitere Knochen und Kleidungsstücke. An den Schädel-Fragmenten wird ein Defekt festgestellt, der auf den Einschuss eines Projektils hindeutet. Alles spricht für ein Verbrechen.

Der Fundort der Knochen bei Beiert in Nordrhein-Westfalen.

Identität des Opfers unbekannt
Zunächst gehen die Ermittler davon aus, dass es sich bei dem Mordopfer um eine Frau handelt. Diese Vermutung wird auch durch eine DNA-Untersuchung bestätigt. Allerdings steckt diese Wissenschaft zum damaligen Zeitpunkt noch in den Kinderschuhen.

25 Jahre später arbeitet sich die Cold-Case-Abteilung der Kripo Bonn noch einmal in den Fall ein. Bei einer erneuten DNA-Untersuchung im Jahr 2021 stellt sich heraus, dass das Opfer ein Mann ist. Die Untersuchungsmethode war in den 90er Jahren fehleranfällig und entsprach nicht dem heutigen Stand der Technik.

Abgelegener Fundort
Die Ermittlungen der Polizei beginnen von vorn. Aber bis heute ist nicht bekannt, wer der Tote ist, von wem und warum er getötet wurde. Da der Fundort bei Beiert sehr abgelegen ist, hält die Polizei es für möglich, dass der oder die Täter einen Bezug zu der Örtlichkeit haben.

Der unbekannte Autofahrer soll einen solchen Geländewagen gefahren haben (Vergleichsfahrzeug).

Damit in Zusammenhang könnte eine Begegnung stehen, die ein Landwirt im Jahr 1993 in dem Waldstück hatte, in dem später die Knochen gefunden wurden. Ein Autofahrer soll ihn damals um Hilfe gebeten haben, weil er sich mit seinem Geländewagen im Wald festgefahren hatte. Der Landwirt zog das helle Auto mit Bonner Kennzeichen mit seinem Traktor wieder heraus. Ob der unbekannte Fahrer etwas mit der Tat zu tun haben könnte, ist unklar. Bei dem Auto könnte es sich um einen Nissan Patrol oder Mitsubishi Pajero gehandelt haben. Besonderheit: Hinten im Auto soll eine Ampel gelegen haben.

Der Tote hatte dieses Feuerzeug dabei.

Beschreibung des Toten:
1,70 bis 1,75 m groß, 25 bis 35 Jahre alt, möglicherweise Raucher, denn In seiner Kleidung befanden sich ein Einwegfeuerzeug und mehrere Zigarettenfilter.
Zeitpunkt der Leichenablage im Wald: vermutlich zwischen Herbst 1992 und Anfang 1994. Dafür sprechen die ungefähre Liegezeit und ein Kaugummi-Papier, das ebenfalls in der Kleidung steckte. Der Kaugummi war erst im Herbst 1992 auf den Markt gekommen.

Diese Kleidungsstücke wurden bei der skelettierten Leiche gefunden.

Kleidung des Toten:
dunkelbraune Lederjacke mit schwarzem Innenfutter und Reißverschluss, schwarze Jogginghose mit bunter Aufschrift „Boss International“, Sportschuhe „Adidas“, Modell „Wimbledon“, Größe 8 bzw. 42, weiß mit blauen und roten Applikationen.
Außerdem wurde eine dunkle Sporthose aus Kunststoff / Trilobal bei den Knochen gefunden – mit Applikationen im Knöchelbereich außen, unten mit Klett- und Reißverschluss

Fragen nach Zeugen

  • Wer kennt jemanden, auf den die Beschreibung des Toten passt, und der zwischen Herbst 1992 und Anfang 1994 verschwunden ist?
  • Wer kann Angaben zu dem unbekannten Autofahrer im Wald machen?

Zuständig: Kripo Bonn, Telefon 0228 / 15 0