Rätsel um Mordopfer

Telefonbuch-CDs könnten helfen

(XY-Sendung vom 12. Januar 2022)
Der 47-jährige Klaus Pauli verlässt im Dezember 2003 seine Wohnung, um eine Schallplatte zu kaufen. Danach verschwindet er spurlos – bis 2016 und 2019 Teile seines Leichnams gefunden werden.

XY-Szenenfoto

2003: Klaus Walter Pauli ist homosexuell und lebt seit einigen Jahren mit einem Mann in einer Wohngemeinschaft in Menden (Sauerland) zusammen. Ein Paar sind die beiden Männer jedoch nicht. Klaus Pauli ist arbeitslos und auf Jobsuche. Auch die Partnersuche spielt für ihn eine zentrale Rolle – im Internet und auch über Zeitungsinserate.

Ermordet: Klaus Walter Pauli

Vermisstenanzeige
Am 2. Dezember 2003 verlässt Klaus Pauli seine Wohnung in der Fröndenberger Straße in Menden, um nach Hagen aufzubrechen. Er will dort eine Schallplatte kaufen. Doch ob das der wahre Grund für seine Fahrt dorthin ist oder ob er jemanden treffen will, ist unklar. Sicher ist nur: Klaus Pauli kehrt nicht mehr nach Hause zurück. Sein Mitbewohner erstattet schließlich Vermisstenanzeige.

13 Jahre spurlos verschwunden
Sechs Jahre später stirbt Paulis Mitbewohner. Weitere sieben Jahre vergehen, in denen es kein Lebenszeichen von Klaus Pauli gibt. 2016 finden in Hagen Rodungsarbeiten an einem Steilhang statt. Unter anderem wird dort ein menschlicher Schädel entdeckt. Es stellt sich heraus, dass es sich um Skelettteile des seit 2003 vermissten Klaus Pauli handelt. Er wurde ermordet. In seinem Schädel steckt der abgebrochene Teil eines Messers.  Außerdem weist der Schädel Frakturen auf.

Rekonstruktion des vorderen Teils des Messers

Die Ermittlungen der Polizei geraten schnell ins Stocken. Es gelingt nur schwer, an ehemalige Kontakte von Klaus Pauli heranzukommen. 2019 schließlich eine Wende: An dem Steilhang werden auch die restlichen Teile von Klaus Paulis Skelett gefunden sowie sein gelbes kleines Mobiltelefon. Es funktioniert noch. Die Spezialisten der Polizei bringen es zum Laufen. Unter anderem wird eine SMS entdeckt, die von zentraler Bedeutung sein könnte. Der Absender nennt sich „Frank“. Die Polizei vermutet, dass es sich dabei um eine intime Bekanntschaft des Toten handelte.

Klaus Paulis Mobiltelefon

Telefonbuch-CD dringend gesucht
Insgesamt 31 gespeicherte Kontakte findet die Polizei auf dem Handy von Klaus Pauli. Doch leider enthalten diese fast nur Vor- oder Spitznamen. Auch die Rufnummern-Liste bringt die Ermittler nicht weiter, denn die Telefonnummern sind den ehemaligen Inhabern nicht mehr zuzuordnen. Nur alte Telefonbuch-CDs verschiedener Anbieter aus dem Jahr 2003 könnten den Beamten weiterhelfen. Doch diese sind auch bei den Providern nicht mehr erhältlich.

Der Polizei gelingt es, den vorderen Teil des Messers zu rekonstruieren. Teile des Mordwerkzeugs wurden in Klaus Paulis Schädel und Schulterknochen gefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um eine Art Filetier-Messer handelt.

Fundort der Skelett-Teile bei Hagen

Fragen nach Zeugen:

  • Wer ist „Frank“?
  • Wer kannte Klaus Walter Pauli und kann etwas zu seinen Kontakten von damals sagen?
  • Wer verfügt noch über eine alte Telefonbuch-CD aus dem Jahr 2003, die er der Polizei zur Verfügung stellen könnte?
  • Wer hat Klaus Pauli in Hagen 2003 gesehen bzw. getroffen oder kann sonstige Angaben machen, die möglicherweise mit dem Verbrechen an ihm in Zusammenhang stehen könnten?
  • Wer kann anhand der Rekonstruktion weitere Angaben zum Messer machen?

Zuständig: Kripo Hagen, Telefon: 02331 / 986 25 25
(ab 13. Januar: 02331 / 986 20 66)