Spirale der Gewalt

Droht ein neuer Rockerkrieg?

Berlin (dapd). In Berlin hat sich offenbar ein weiterer gewaltbereiter Rockerclub etabliert. In der Hauptstadt sei ein Ableger des Motorradclubs Mongols gegründet worden, der besonders viele gewalttätige Migranten anziehe, berichtete das Nachrichtenportal «Spiegel Online» am Freitag unter Berufung auf das Landeskriminalamt (LKA). Bei einem Aufeinandertreffen mit den verfeindeten Hells Angels sei mit körperlichen Auseinandersetzung «unter Verwendung von Waffen und sonstigen gefährlichen Gegenständen zu rechnen», zitiert das Nachrichtenportal einen LKA-Bericht.

Ein Polizeisprecher bestätigte auf dapd-Anfrage das Auftauchen «einiger Personen, die sich nach eigener Aussage den Mongols zuordnen». Den Beamten sei aber noch kein Vereinsheim bekannt. Ende 2010 registrierte die Polizei in der Hauptstadt insgesamt 750 Biker in 14 Clubs, darunter waren 150 Mitglieder der Hells Angels und 350 der Bandidos, sagte der Polizeisprecher weiter. Bei Polizeikontrollen seien bei den Bikern in der Vergangenheit regelmäßig Hieb- und Stichwaffen sichergestellt worden.

Razzia in Wiesbaden
Erst am Mittwoch hatte es mit 220 Ermittlern eine Razzia bei den Hells Angels in mehreren hessischen Städten gegeben. Die erneuten Durchsungen standen in Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen fünf hessische Polizisten, die der Rockergang interne Informationen zugespielt hatte. Einen Tag zuvor waren in Erfurt fünf ehemalige Mitglieder der Bandidos zu teils langen Haftstrafen wegen schwerer Körperverletzung verurteilt worden.

Während Hells Angels und Bandidos als Motorradclubs seit vielen Jahren in Deutschland in Charters“ und „Chapters“ nachvollziehbar organisiert sind, gründete der Schwerkriminelle Mustafa B. im August 2010 in Bremen mit zwei Dutzend Mitgliedern seines Clans einen Ableger der Rockergang, die mit „easy-rider-feeling“ gar nichts anfangen konnte. Das engere Umfeld besteht aus etwa 2600 Kurden, von denen bereits jeder zweite in den Drogenhandel und das Rotlichtgeschäft involviert sein soll. Im Unterschied zu anderen Rockerbanden geht es den Mongols nicht einmal vordergründig um lautstarke Bikes. Die meisten haben nicht einmal einen Motorrad-Führerschein. Vielmehr gehe es um die beherrschung des Rauschgiftmarkts, egal um welchen Preis.

Laut «Spiegel Online» rechnet das LKA künftig mit einem «offensiven Auftreten» der Mongols in der Hauptstadt. Am vergangenen Montag sei ein Mitglied der Mongols in Berlin-Tegel von zwei Unbekannten niedergestochen worden.

29.1.2011  LB