Tod durch Kopfschuss

Mord an Berliner Kneipenwirtin

(XY-Sendung vom 13. Juni 2018)
Als Karin Riecks Lebensgefährte am Abend des 27. Oktober 1992 nach Hause kommt, trifft ihn der Schock seines Lebens. Seine Partnerin liegt tot im Schlafzimmer – hingerichtet durch einen Kopfschuss. Die Frage nach dem Motiv ist bis heute nicht geklärt.

XY-Szenenfoto

1992: Karin Rieck ist 50 Jahre alt und geschieden. Aus ihrer Ehe hat sie eine 24-jährige Tochter. Im Frühjahr 1992 zieht die Tochter aus, kurz darauf der Lebensgefährte ein. Seit rund zwei Jahren sind die beiden ein Paar. In der Beziehung gibt es die üblichen Hochs und Tiefs, darüber hinaus aber keine nennenswerten Vorfälle.

Karin Rieck †

Viele Kaufangebote
Karin Rieck ist Barbetreiberin. Seit Anfang der 80er Jahre führt sie die stadtbekannte In-Kneipe „Karins Atelier“ direkt am Kudamm in Berlin. Die Polizei findet später heraus, dass Karin Rieck mehrere Kaufangebote für ihre Kneipe bekommen, aber jedes Mal abgelehnt hat. Zuletzt sogar über 500.000 DM. Auch soll Karin Rieck mit einer Schutzgelderpressung konfrontiert gewesen sein. Die robuste Geschäftsfrau hat diese „Angebote“ aber resolut abgelehnt. Ob einer dieser Vorfälle ein Motiv für den grausamen Mord an Karin Rieck sein könnte, ist bis heute, mehr als 25 Jahre nach der Tat, noch immer ungeklärt.

Am 26. Oktober 1992 ist Karin Rieck mit Freunden im Lindengarten in Berlin verabredet. Gegen 23.45 Uhr bringt sie ein Freund bis zu ihrem Auto. Er ist der Letzte, der Karin Rieck lebend sieht. Sicher ist, dass sie noch nach Hause gefahren ist und dort die Nacht verbracht hat. Der Todeszeitpunkt wird auf Dienstag, 27. Oktober 1992, gegen 13.30 Uhr geschätzt. Höchstwahrscheinlich hat sie ihrem Mörder selbst die Tür geöffnet.

Spur-Spur Treffer
Völlig überraschend stellt sich bei der Untersuchung der verwendeten Munition heraus, dass dieselbe Waffe zuvor bereits bei zwei Einbrüchen verwendet worden ist. In beiden Fällen hat der Täter mit der Waffe Schaufensterscheiben eingeschossen: einmal am 8.September 1991 bei einem Juweliergeschäft am Kudamm, das andere Mal am 3.März 1992 bei einem Antiquitätenladen in der Passauer Straße.

Walther P38

Die Polizei geht nicht davon aus, dass der Einbrecher und Karins Mörder dieselbe Person sind. Wahrscheinlicher ist, dass der Einbrecher die Waffe jemandem übergeben hat. Die Polizei richtet sich deshalb gezielt an den Einbrecher mit der Frage, an wen die Waffe weitergegeben wurde? Einbruch und illegaler Waffenbesitz sind bereits verjährt. Im Falle einer Aussage hätte der Einbrecher wegen dieser Taten nichts mehr zu befürchten.

Tatwaffe:
Pistole, Marke „Walther“, Modell P38, mit Munition vom Kaliber 9 mm Luger.

Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, ist eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt.

Zuständig: Landeskriminalamt Berlin, Telefon: 030 / 4664 911 555