Todesanzeige mit Folgen

Täter als Finanzbeamte

(XY-Sendung vom 15. Mai 2019)
Eine 79-jährige Frau in Neu-Anspach gibt eine Traueranzeige auf. Doch das Inserat lockt Kriminelle an. Wochen nach der Beerdigung tauchen Männer auf, die nichts Gutes im Schilde führen.

XY-Szenenfoto

Neu-Anspach, November 2017: Nach dem Tod ihrer Tante lässt eine 79 Jahre alte Frau eine Traueranzeige veröffentlichen. In der Annonce wird auch die Adresse der alleinstehenden Frau als Kondolenzadresse genannt.

Falsche Finanzbeamte
Einen Monat nach der Beerdigung, am Dienstag, 12. Dezember 2017, klingeln gegen 14.35 Uhr zwei unbekannte Männer am Haus der alten Dame. Die Männer sind aufgrund ihrer Kapuzen und Mützen nur schwer zu erkennen.

Sie teilen der überraschten Frau mit, dass sie vom Finanzamt kämen, und dass gegen die 79-Jährige eine Anzeige wegen Steuerhinterziehung vorliege. Dabei erwähnen die Männer auch die Erbschaft, die die Frau nach dem Tod ihrer Tante gemacht habe.

Wussten Täter von Tresoren?
Das Opfer ist über die Anschuldigungen so erschrocken, dass es die Männer ins Haus bittet. Dort maskieren sich die Täter mit Sturmhauben und zwingen die Frau, sie in den Keller zu führen. Offenbar wissen sie, dass sich im Keller zwei Tresore befinden.

Die 79-Jährige muss einen der Tresore öffnen. Daraus nehmen die Täter eine größere Bargeldsumme sowie wertvollen Schmuck und Uhren an sich. Bei dem zweiten Tresor kann ihnen die Frau glaubhaft versichern, dass nur ihr verstorbener Mann die geheime Zahlenkombination zum Öffnen des Safes kannte. Die Täter fesseln das Opfer und verlassen, nachdem sie sich noch kurz umgesehen haben, das Haus.

Lage der Tatorte

Wichtige DNA-Spur
Am Tatort findet die Polizei DNA-Spuren eines der beiden Täter. Wie sich herausstellt wurde dieselbe DNA auch an einem anderen Tatort gefunden: etwa 25 Kilometer entfernt, nach der Sprengung eines Fahrkartenautomaten am Bahnhof in Groß-Karben im Wetteraukreis, am 28. Mai 2013.

Personenbeschreibungen:
Beide Männer sollen kräftig und 1,85 bis 1,90 Meter groß gewesen sein, sie sprachen Hochdeutsch. Einer von beiden war 40 bis 50 Jahre alt, mit braun-roten Haaren unter der Maske, grünem Anorak und schwarzer Hose. Der zweite Mann soll 50 bis 60 Jahre alt gewesen sein, bekleidet mit anthrazitfarbenem Parka und dunkler Hose.

Geraubter Schmuck:

  • zwei Chopard-Damenuhren aus 750er Weißgold, darunter das Modell „Imperiale“ mit 42 Brillanten und sieben Safiren;
  • Chopard-Collier „Les Chaines“, Gelbgold, fünfreihig;
  • aus Chopard-Collection „La Strada“: Ring und Ohrringe, jeweils Weißgold mit Brillanten

    Beute (Vergleichsstücke, v. l.): zwei geraubte Chopard Uhren, Collier „Les Chaines“, Ring und Ohrringe „La Strada“

Fragen nach Zeugen:

  • Wer kann Angaben zu dem Überfall oder zur Masche „Falsche Finanzbeamte“ machen?
  • Wer kennt die Täter?
  • Wer kann Angaben zum Verbleib des geraubten Schmucks machen?

Zuständig: Kripo Bad Homburg, Telefon: 06172 / 120 500