Schüsse im Friseursalon

Warum muss Arnold Schmidt sterben?

(XY-Sendung vom 9. September 2020)
Ein Verbrechen, das bis heute rätselhaft ist: Ein unbekannter Mann betritt in Wien einen Friseursalon, erschießt den Inhaber und ergreift die Flucht. Aber warum? Das Motiv für die Bluttat liegt nach wie vor im Dunkeln.

XY-Szenenfoto

November 2016: Arnold Schmidt betreibt im Wiener Stadtteil Meidling in der Wienerbergstraße den Friseursalon „Hair and Style by Team Arnold“. Der Laden läuft gut, ist in dem Viertel eine Institution. Arnold Schmidt ist beliebt, scheint keine Feinde zu haben. Und doch gibt es jemanden, der ihm nach dem Leben trachtet.

Rätselhafte Andeutungen
Am 11. November 2016 geht Arnold Schmidt mit einem Freund aus. Eher beiläufig deutet er an, dass er sich verfolgt fühle, dass er den Eindruck habe, jemand beobachte ihn. Auf die Fragen warum und was dahinterstecken könne, gibt er keine Antwort.

Nur wenige Tage später, am Mittwoch, dem 16. November 2016 kommt es zu dem Verbrechen. Am Morgen bringt Arnold Schmidt seine kleine Tochter zur Schule, die bei ihm übernachtet hat. Schmidt lebt von der Mutter seiner Tochter getrennt, die Eltern teilen sich das Sorgerecht.

Arnold Schmidt wurde in seinem Friseursalon (re.) erschossen.

Täter schießt zweimal
Den Vormittag verbringt Arnold Schmidt in seinem Friseursalon. Gegen 11.30 Uhr ist er mit dem Haarschnitt eines Kunden fertig. Wenige Minuten nachdem der Kunde den Salon verlassen hat, betritt der Täter das Geschäft.

Er wechselt mit Arnold Schmidt einige Worte, dann fallen zwei Schüsse. Nach der Tat blickt der Täter noch in den Nebenraum, in dem sich eine Angestellte mit einer Kundin befindet. Dass beide ihn unmaskiert sehen, scheint ihn nicht zu stören. Er verlässt das Geschäft und verschwindet spurlos.

Tatort in der Wienerbergstraße in Wien.

Opfer noch ansprechbar
Die Angestellte und die Kundin finden Arnold Schmidt schwer verletzt auf dem Fußboden. Er ist noch ansprechbar, kann aber nichts zu dem Täter sagen. Die sofort verständigten Rettungskräfte bringen Schmidt in eine Wiener Klinik. Dort stirbt er noch am selben Abend.

Auf ein plausibles Motiv ist die Polizei bis heute nicht gestoßen. Schmidt war weder in dubiose Geschäfte verstrickt, noch hatte er Schulden. Eine Raubabsicht schließt die Polizei aus. Der Täter scheint tatsächlich nur gekommen zu sein, um Arnold Schmidt zu töten.

Täterbeschreibung:
40 bis 50 Jahre alt, etwa 1,70 m groß, kräftig, auffallend dunkler Teint, dunkle Augen, dicke Augenbrauen, sprach gebrochen Deutsch mit deutlichem, eventuell osteuropäischem, Akzent. Seine Kleidung: komplett schwarz. Er trug eine dunkle, runde Wollmütze.

Mit solch einer Pistole wurde Arnold Schmidt ermordet.

Auffällig: Der Täter war nicht maskiert und hatte keine Angst, erkannt zu werden. Das könnte darauf hindeuten, dass er nur für die Tat aus dem Ausland angereist war und Österreich danach gleich wieder verlassen hat.

Tatwaffe:
Durch die verwendete Munition konnte die Kriminaltechnik wertvolle Hinweise auf die verwendete Waffe erlangen. Demnach handelt es sich um eine Pistole des serbischen Fabrikats „Crvena Zastava“, 9 mm Luger. Mögliche Modelle: 70, 70a, 88 oder 88a.

Fragen nach Zeugen:

  • Wer hat am Vormittag des 16. November 2016 im Bereich des Friseursalons „Hair and Style by Team Arnold“ in der Wienerbergstraße in Wien-Meidling Beobachtungen gemacht, die etwas mit dem Verbrechen zu tun haben könnten?
  • Wer kann etwas zum möglichen Motiv des Täters sagen?

Belohnungen: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, sind mehrere Belohnungen von insgesamt 40.000 Euro ausgesetzt.

Zuständig: LKA Wien / Bundeskriminalamt Wiesbaden, Telefon 0611 / 55 111 55