Tödlicher Schuss bei Kirmes: Kein dringender Tatverdacht gegen 16-Jährigen

Lüdenscheid/Hagen (dpa) – Im Fall des tödlichen Schusses bei einer Kirmes in Lüdenscheid im Nordwesten des Sauerlandes ist der ursprüngliche Tatverdächtige aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Aufgrund von neuen, am Wochenende gewonnenen Erkenntnissen besteht gegen den 16-Jährigen kein dringender Tatverdacht mehr, teilten Staatsanwaltschaft Hagen und Polizei mit. Ein Heranwachsender, der am Samstag bei einer Durchsuchungsaktion festgenommen wurde, ist laut Staatsanwaltschaft noch am selben Tag wieder entlassen worden.

Die Ermittlungen in dem Fall laufen weiterhin auf Hochtouren, sagte der zuständige Staatsanwalt Thomas Wünnenberg der Deutschen Presse-Agentur. Weitere Details und mögliche Erkenntnisse wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen aber nicht nennen.

Bei der Kirmes im Nordwesten des Sauerlandes war vor zweieinhalb Wochen ein 40-Jähriger am Ausgang des Festgeländes erschossen worden. Zuvor war es auf dem Gelände zu einer Auseinandersetzung zwischen einem 16-Jährigen und einer Gruppe gekommen. Der 40-Jährige kam offenbar als Unbeteiligter ums Leben  (e110 berichtete).

Autobahnen für Durchsuchungen gesperrt 
In dem Fall hatte es am Samstag mehrere Durchsuchungen auch unter Beteiligung von SEK-Beamten in Lüdenscheid gegeben. Das genaue Alter des Heranwachsenden, der vorläufig festgenommen und noch am selben Tag wieder entlassen wurde, wollen die Ermittler nicht nennen. Juristen verstehen unter diesem Begriff Volljährige, die noch nicht 21 Jahre alt sind.

Tage zuvor waren Polizisten mit Spürhunden unterwegs. Um den Geruchsspuren nachgehen zu können, waren am Mittwoch zeitweise Teile der A 45 und A 46 für die Suchmaßnahmen nacheinander abgesperrt worden.

08.06.22 wel