Tödliches Feuer in Flüchtlingsunterkunft: 13-Jähriger gesteht Tat

Hamburg (dpa). Ein 13-Jähriger soll für den Brand mit drei Toten in einer Flüchtlingsunterkunft in Hamburg-Altona verantwortlich sein. Der Junge sei Mitglied der Jugendfeuerwehr Hamburg und habe die Tat eingeräumt, erklärten die Staatsanwaltschaft und die Polizei Hamburg heute. Das strafunmündige Kind werde zunächst in einer Einrichtung für Kinder- und Jugendpsychiatrie untergebracht. «Hinweise auf eine politisch motivierte Tat liegen nicht vor», hieß es in der Mitteilung. Konkretere Angaben zu dem Jungen wollte Oberstaatsanwältin Nana Frombach aus Gründen des Sozialdatenschutzes nicht machen.

Damit ging die Fahndung nach dem mutmaßlichen Brandstifter relativ schnell zu Ende. Nach Angaben von Polizeisprecherin Ulrike Sweden brachte eine Anwohnerin die Ermittler auf die Spur des 13-Jährigen. Die Zeugin habe beobachtet, wie ein Junge in einer Jacke der Jugendfeuerwehr vom Brandort weglief und in einen Bus stieg. Die Polizei habe den Jungen so auf Bildern der Videoüberwachung im Bus identifizieren können, sagte Sweden.

Sweden betonte: «Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine Zweifel daran, dass der Tatverdächtige für die Tat verantwortlich ist.» Bei dem Brand in einem Mehrfamilienhaus kamen am Mittwochabend eine 33-jährige Pakistanerin und ihre beiden sechs und sieben Jahre alten Söhne ums Leben. 27 Bewohner wurden laut Polizei verletzt.

Ermittlungen laufen noch weiter
Die Kripo arbeitete in den vergangenen Tagen mit Hochdruck daran, die Hintergründe des tödlichen Feuers zu klären. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde ein Kinderwagen im Eingangsbereich des Mehrfamilienhauses angezündet. Das Feuer sprang dann wohl auf einen Stromverteilerkasten über. Die Ermittlungen zur Brandursache und zum gesamten Ablauf dauerten noch an, erklärte Frombach heute.

Die Familie aus Pakistan lebte seit 2002 in Hamburg, sagte eine Sprecherin des Landesbetriebs «Fördern & Wohnen». Der Vater war während des Brandes nicht zu Hause, er kehrte erst bei den Löscharbeiten zurück. Er wird psychologisch betreut. Die 43 Bewohner des Mehrfamilienhauses konnten nach Darstellung der Sprecherin alle in anderen Flüchtlingsunterkünften untergebracht werden. Manche seien auch bei Verwandten und Freunden untergekommen. Die Stadt Hamburg nutzt das fünfstöckige Mehrfamilienhaus als Unterkunft für Flüchtlinge, Asylbewerber und Obdachlose.

08.02.2014 Ta      aktualisiert: 17.40 Uhr