Überfälle in Serie

Tatorte: Tankstellen in NRW

(XY-Sendung vom 15. September 2021)
Innerhalb weniger Tage überfallen zwei junge Männer vier Tankstellen in Nordrhein-Westfalen – vornehmlich an oder in der Nähe von Autobahnen. Immer wieder werden sie dabei von Überwachungskameras aufgenommen. Doch bis heute ist es nicht gelungen, sie zu identifizieren.

XY-Szenenfoto

Riesenbeute kann man an Tankstellen nicht machen. Doch die beiden jungen Männer, die innerhalb weniger Tage vier Tankstellen in NRW überfallen, handeln wohl nach dem Motto: „Kleinvieh macht auch Mist!“. Auffällig ist: Sie begehen die Überfälle immer nach dem gleichen Muster.

Dauer der Überfälle: Nicht mal eine Minute
Die Serie beginnt am 8. Oktober 2020 in der Westfalen-Tankstelle am Stadtrand von Bochum. Gegen 23.45 Uhr betreten die beiden Männer das Kassenhaus, in dem sich zu diesem Zeitpunkt keine Kunden befinden. Zielstrebig gehen sie zum Kassentresen. Während der eine Täter den Kassierer mit einer schwarzen Pistole bedroht, geht sein Komplize hinter den Tresen und lässt sich die Einnahmen aus der Kasse in einen mitgebrachten hellen Stoffbeutel füllen. Knapp eine Minute später verschwinden die Räuber mit ihrer Beute – einigen hundert Euro.

Nur wenige Stunden später, um genau 3.15 Uhr, tauchen sie gut hundert Kilometer entfernt an der Autobahn-Tankstelle Gütersloh-Nord auf. Sie liegt an der A 2, einer der längsten und meistbefahrenen Schnellstraßen Deutschlands. Wie beim ersten Mal gehen sie routiniert und gelassen vor. Diesmal nehmen sie sogar das Hartgeld mit. Wieder erbeuten sie nur einige hundert Euro.

Die Kripo geht davon aus, dass die Männer zwischen ihren Taten ihre Kleidung untereinander getauscht haben.

Vertauschte Rollen, vertauschte Kleidung
Es dauert nur wenige Tage, bis die beiden Täter wieder in Erscheinung treten – diesmal an der A 57 bei Dormagen. Lediglich eine halbe Minute dauert der Überfall in der Tankstelle Nievenheim-West. Wieder nehmen die Täter ein paar Hundert Euro mit.

Drei Tage später, am 15. Oktober 2020 schlägt das Duo wieder zu. Tatort Nummer vier ist die Tank- und Rastanlage Siegburg-Ost. Diesmal haben die Täter zum Teil die Kleidung untereinander getauscht – und auch die Rollen: Der Täter, der bisher die Opfer mit der Waffe bedroht hat, holt bei diesem Überfall das Geld hinter dem Tresen ab, sein Komplize hat jetzt die Pistole. Und auch diesmal klappt der Überfall wie die Taten zuvor. Der Coup in Siegburg-Ost ist – soweit bisher bekannt – der letzte in der Serie.

Welches Fahrzeug fuhren sie?
Die Kripo Gütersloh übernimmt federführend die Ermittlungen. Da die Tatorte mit zahlreichen Überwachungskameras ausgestattet sind, gibt es jede Menge Fotos und Videos von den nur mit Mund-Nase-Schutz maskierten Männern. Was darauf allerdings nicht zu sehen ist: ihr Tatfahrzeug. Geschickt haben sie es offenbar aus dem Blickwinkel der Kameras herausgehalten.

Einer der Täter trug eine Jacke, vremutlich Marke „umbro“.

Personenbeschreibungen:
Der Tatverdächtige, der bei den ersten Überfällen mit der Pistole gedroht haben soll: „südländischer Typ“, Anfang bis Mitte 20, etwa 1,75 m groß, schlank. Er sprach akzentfreies Deutsch und hatte ein helles Armband um das rechte Handgelenk.
Kleidung: blaugraues Basecap mit Aufkleber auf dem Schirm vermutlich der Name des Herstellers, schwarze Jacke mit Kapuze, Marken-Schriftzug „umbro“ auf Vorder- und Rückseite, hellblaue Jeans, schwarze Sportschuhe, mit schwarzem Tuch maskiert.

Auffällig: Einer der Täter trug kurze Hosen.

Sein Komplize: Mitte 20, etwas kleiner und kräftiger; Kleidung: rotes Basecap, ebenfalls mit Label auf dem Schirm, schwarze Jacke mit Kragen, darunter hellgraues Kapuzen-Sweatshirt. Auffällig: bei den ersten drei Überfällen kurze schwarze Hose, außerdem weiße Sportschuhe und blaue OP-Maske.

 

 

Fragen nach Zeugen:

  • Die vier Tatorte liegen an Schnellstraßen in NRW.

    Wer erkennt die Täter auf den Überwachungsvideos – eventuell an ihrer Kleidung?

  • Wer hat die Täter zu den genannten Tatzeiten im Bereich der jeweiligen Tatorte gesehen – etwa auf den angrenzenden Parkplätzen?

Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung der Raubserie führen, ist eine Belohnung von 3.000 Euro ausgesetzt.

Zuständig: Kripo Gütersloh, Telefon 05241 / 869 10 00
Ab 16. September: 05241 / 869 0