Tod an der Autobahn

Wer ist die unbekannte Frau?

(XY-Sendung vom 6. März 2019)
Seit rund 30 Jahren befasst sich die Kripo Friedberg mit einem geheimnisvollen Fall, vermutlich einem Mord. Im Laufe der Ermittlungen gibt es mehrere überraschende Wendungen.

XY-Szenenfoto

Es ist der 21. Juni 1988.  An der A 5 bei Rosbach vor der Höhe (Mittelhessen) finden zwei Waldarbeiter die stark skelettierten sterblichen Überreste eines Menschen. Bei der Obduktion lässt sich nicht mehr eindeutig feststellen, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt. Einiges spricht für eine Frau, aber bei der DNA-Untersuchung stellt sich heraus, dass es ein Mann sein muss. Mehrere Indizien sprechen für ein Tötungsdelikt. Der Fall wird nicht aufgeklärt.

An der A5 bei Roßbach wurde die Leiche gefunden.

Überraschende Wendung
2017 wird der Fall dann noch einmal aufgerollt. Eine erneute DNA-Probe ergibt nun, dass es sich um eine Frau handelt. DNA-Untersuchungen steckten 1988 noch in den Kinderschuhen. Möglicherweise war die Probe durch eine männliche DNA verunreinigt worden. Aus dem Obduktionsergebnis und einer Isotopen-Untersuchung ergibt sich heute ein relativ genaues Bild der Toten.

So könnte die Tote zu Lebzeiten ausgesehen haben.

Personenbeschreibung:
Die Unbekannte war 1988 25 bis 35 Jahre alt (geboren zwischen 1953 und 1963). Sie dürfte im April/Mai 1988 ermordet worden sein. Größe: etwa 1,65 m, schlanke Statur, mittelbraune, gelockte Haare. Ihre Schuhgröße betrug 34-35, sie hatte zahlreiche Zahnfüllungen, überwiegend aus Silberamalgam und nicht besonders gut gearbeitet. Außerdem hatte sie einen leichten Vorbiss. Blutgruppe A.
Von der Uni Mittweida in Sachsen wurde eine Gesichtsweichteilrekonstruktion durchgeführt, so dass es heute auch Bilder gibt, wie die Tote zu Lebzeiten ausgesehen haben könnte.

Aufgewachsen sein dürfte sie in Gebirgsregionen im südlichen Polen oder in der Ukraine. In der Pubertät ein Ortswechsel, möglicherweise in südliche Alpenregionen, zum Beispiel Schweiz oder Norditalien.

Ohrstecker der Toten

Danach lebte sie längere Zeit in Indien oder einer anderen meernahen Region im südasiatischen Raum. Nach Mitteleuropa beziehungsweise Deutschland ist sie dann erst kurz vor ihrer Ermordung zurückgekehrt. Beim Auffinden wurden bei der Leiche keine persönlichen Gegenstände gefunden – bis auf einen kleinen, goldfarbenen Ohrstecker in Form eines Sterns.

 Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, ist eine Belohnung von 2.500 Euro ausgesetzt.

Zuständig: Kripo Friedberg, Telefon 06031/ 60 10