Brutalität im Park

Mann halbtot geschlagen

(XY-Sendung vom 12. Februar 2020)
Ein sonniger Tag im Juni. An diesem Nachmittag ist in dem öffentlichen Park in München-Ramersdorf Einiges los. Auf einer Parkbank hat es sich eine polnische Pflegekraft gemütlich gemacht. Plötzlich kommt ein junger Mann auf den Pfleger zu und fragt nach einer Zigarette. Als dieser verneint, kommt es zu einer wahren Gewaltexplosion.

XY-Szenenfoto

Sonntag, 2. Juni 2019: Ein 43-jähriger Mann genießt am Nachmittag auf einer Parkbank das schöne Wetter. Er unterhält sich mit mehreren Passanten, die an ihm vorbeigehen. So kommt er mit einem polnischen Landsmann ins Gespräch. Und auch mit einem Deutschen unterhält sich der Pfleger. Kurz danach kommt ein junger, dunkelhäutiger Mann auf ihn zu und fragt auf Englisch nach einer Zigarette.

Gewaltexzess in aller Öffentlichkeit
Als der 43-Jährige verneint, soll ihm der Unbekannte brutal mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Benommen von dem Schlag – so später seine Aussage – fällt der Pfleger von der Bank. Weitere junge Männer kommen hinzu. Alle sollen auf den Pfleger eingetreten haben. Das Opfer verliert schließlich das Bewusstsein, liegt hilflos am Boden. Die Ärzte stellen später fest, dass das Opfer mindestens sechs bis zwölf Tritte abbekommen hat.

Vor seiner Bewusstlosigkeit hat der Pfleger noch einen Zeugen mit Hund unweit des Tatorts stehen gesehen. Er soll damit gedroht haben, die Polizei zu rufen. Doch aktiv schreitet dieser Zeuge nicht ein – genauso wie die anderen Zeugen, die zu diesem Zeitpunkt im Park sind. Auch den Notruf wählt keiner. Nach der Tat flüchten die Jugendlichen und lassen den 43-Jährigen blutend und schwer verletzt zurück.

Wer hat in dem Park in München-Ramersdorf Beobachtungen gemacht, die für die Polizei von Interesse sein könnten?

Keine Zivilcourage
Laut den Ermittlungen der Polizei muss das Opfer über mindestens zwei Stunden bewusstlos gewesen sein. Niemand holt Hilfe. Als der 43-Jährige schließlich erwacht, schleppt er sich zu einer anderen Parkbank. Er kann sich später bruchstückhaft erinnern, dort einen Polen getroffen zu haben. Der Landsmann tupft ihm das Blut aus dem Gesicht, doch dann trennen sich die Männer, ohne dass der Zeuge den Notruf wählt.

Unter starken Schmerzen und nur halb bei Bewusstsein torkelt der Pfleger zu dem Haus der Familie, bei der er angestellt ist. Kurz vor dem Ziel bricht er zusammen, schafft es aber noch, um Hilfe zu rufen. Um 20.38 Uhr, mindestens vier Stunden nach der Tat, wird er endlich gefunden und die Einsatzkräfte werden verständigt. Im Krankenhaus diagnostizieren die Ärzte ein Schädel-Hirn-Trauma, eine Hirnblutung, mehrere Frakturen im Gesicht sowie schwere Prellungen am ganzen Körper. Nur mit Glück überlebt der Pfleger den Angriff. Bis heute ist er in ärztlicher Behandlung.

Täterbeschreibungen:
Der Mann, der den Pfleger nach einer Zigarette gefragt hat: 20 bis 30 Jahre alt, dunkelhäutig, dunkle Haare, sprach Englisch.
Komplizen: etwa gleich alt und ebenfalls dunkelhäutig.

Fragen nach Zeugen:

  • Wer hat Beobachtungen gemacht, die mit der Tat in Verbindung stehen könnten?
    Der Tatort liegt in einer Parkanlage zwischen der Frauenchiemsee- und der Chiemgaustraße in München-Ramersdorf. Das Opfer trug am Tattag ein Oberteil mit einem auffälligen „Rocky“-Aufdruck.
  • Wer kennt die Täter und kann Hinweise auf ihren aktuellen Aufenthaltsort geben?
  • Als Zeuge gesucht wird der Pole, mit dem sich der 43-Jährige über längere Zeit unterhalten hatte. Er soll Bauarbeiter in München und etwa 30 Jahre alt sein, ca. 1,70 Meter groß, blonde, kurze Haare.
  • Ebenfalls von der Polizei als Zeuge gesucht wird ein Deutscher, der mit dem späteren Opfer ins Gespräch kam. Er soll einen Vollbart gehabt haben.
  • Ein wichtiger Zeuge könnte ebenfalls der Mann sein, der sich um das Opfer nach der Tat gekümmert haben soll. Er soll sich mit dem 43-Jährigen auf Polnisch unterhalten haben und hat vermutlich mit seinem weißen T-Shirt das Blut vom Gesicht des Opfers gewischt.

Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, ist eine Belohnung von 1.000 Euro ausgesetzt.

Zuständig:  Kripo München, Telefon 089 / 55 17 20