Untreue-Verdacht bei Karwendelbahn – Millionenschaden und 5 Beschuldigte

Mittenwald (dpa) – Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt wegen des Verdachts der Untreue bei der Karwendelbahn AG gegen fünf Beschuldigte. Das teilte eine Sprecherin gestern mit. Bereits vor einer Woche hatten Staatsanwälte und Kriminalbeamte ein Dutzend Objekte in Heidenheim und Umgebung durchsucht. Betroffen waren Verantwortliche und ehemalige Verantwortliche eines in Baden-Württemberg ansässigen Firmengeflechts. Es hält große Anteile der Karwendelbahn AG. Im Raum steht der Verdacht eines Vermögensschadens im niedrigen Millionenbereich.

Hinweise hatte die Anklagebehörde aus dem Markt Mittenwald erhalten. Von dort hat eine Anzeige vorgelegen. Die betroffenen Gesellschaften gehören zu einer Firmengruppe rund um den Heidenheimer Geschäftsmann Wolfgang W. Reich. Dieser wies am Mittwoch die Vorwürfe zurück. «Es sind falsche Beschuldigungen», sagte Reich. In einer Mitteilung der Karwendelbahn, die das Unternehmen auch mit einem von Reich unterzeichneten Anschreiben versandte, heißt es weiter, die Staatsanwaltschaft sei auf Verleumdungen «hereingefallen».

Mittenwalds Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) wollte sich nicht zu dem gesamten Vorgang äußern. Es sei ein laufendes Verfahren, von den Durchsuchungen habe man aus den Medien erfahren, sagte er. Die Gemeinde und die Karwendelbahn AG liegen seit Jahren im Clinch. Gestritten wurde etwa um eine Kapitalerhöhung zur Finanzierung eines neuen Tragseils und anderer Baumaßnahmen. Vor dem Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen geht es derzeit um ein Hausverbot gegen Hornsteiner.

16.05.19 wel