Verletzte auf beiden Seiten

Nur mühsam halten die Ordnungskräfte den Castor-Transport unter Kontrolle

Hitzacker/Dannenberg (dapd). So hat es noch nie im demo-erprobten Wendland gerumpelt. Sicherheitskräfte setzten Wasserwerfer, Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Es gab Verletzte auf beiden Seiten. Und noch ist der heftig umstrittene Castor-Transport nicht an seinem Ziel.

Nach der Räumung der Castor-Sitzblockade auf den Schienen bei Harlingen am Montagmorgen hat die Polizei etwa 1.000 Demonstranten in Gewahrsam genommen. Das bestätigte ein Sprecher auf dapd-Anfrage. Die Atomkraftgegner befinden sich laut Polizei in einer Gefangenensammelstelle auf einem Feld bei Harlingen und würden zurzeit mit Essen und Getränken versorgt. Nach Einschätzung von Beobachtern sollen sie so lange festgehalten werden, bis der Castor-Zug an Harlingen vorbeigefahren ist.

5000 Demonstanten entsorgt“
Der mit 123 Tonnen hochradioaktivem Atommüll beladene Zug – er war am Freitag im französischen La Hague gestartet mit dem Ziel Gorleben – hatte am Montagmorgen gegen 8.20 Uhr seine Fahrt von Dahlenburg Richtung Dannenberg fortgesetzt, nachdem er die Nacht über in Dahlenburg gestanden hatte. Von Sonntag waren die Gleise bei Harlingen kurz vor Dannenberg nach Angaben der wendländischen Widerstandsgruppe „Widersetzen“ teilweise von bis zu 5.000 Demonstranten blockiert worden. Gegen ein Uhr am Montagmorgen hatte die Polizei mit der Räumung der Schienen begonnen.

Foto: m. gade / pixelio.de

08.11.2010 dv