Von wegen Nebenverdienst: Identität von Bewerbern wird missbraucht

Hannover (dpa) – Die  Verbraucherzentrale Niedersachsen warnt vor Kriminellen, die mit Hilfe fiktiver Jobangebote die Identität der Bewerber für Abzocke und Fake-Shops missbrauchen. Der «Corona»-Lockdown zwingt viele Menschen, sich einen Nebenjob zu suchen. Das nutzen Kriminelle für sich aus, warnt die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Sie locken mit fiktiven Jobangeboten im Internet, um an die Identität der Bewerberinnen und Bewerber zu kommen. Einer Frau droht jetzt anstelle eines neuen Jobs eine Anzeige wegen Geldwäsche: Sie wurde ungewollt zur «Finanzagentin». Die vermeintlichen Arbeitgeber hatten auf ihren Namen ein Konto angelegt.

Die Frau sollte im Bewerbungsverfahren die Sicherheitsmerkmale der Video-Identifizierung testen, während sie ein Bankkonto eröffnete. Das Konto sollte angeblich nur zum Zweck der Marktforschung eingerichtet und später von den vermeintlichen Arbeitgebern gekündigt werden. Tatsächlich ging es den Betrügern jedoch darum, an die Identität der Bewerberin zu gelangen. Denn sie war zwar die Inhaberin des Kontos. Die Betrüger konnten jedoch darauf zugreifen, um das Konto für Ebay-Verkäufe zu nutzen: Die Kunden überwiesen den Kaufpreis auf das Konto, warteten dann aber vergeblich auf die Ware.

Kein «Pro-Forma-Konto» eröffnen!
Eine Video-Identifizierung im Bewerbungsverfahrens sei zwar grundsätzlich möglich, erklärt Kathrin Körber, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Verlange der vermeintliche Arbeitgeber aber, dass auch ein Konto eröffnet werde, sollten die Betroffenen ablehnen. «Auch sollten sie niemals ihren Personalausweis beidseitig einscannen und ihn anschließend zur Authentifizierung in die Kamera halten», riet Körber.

Wer auf eine solche Betrugsmasche hereinfalle, dem drohe eine Anzeige wegen des Verdachts der Geldwäsche, warnen die Verbraucherschützer. Kundinnen und Kunden, die Geld auf das Konto überwiesen haben, können zudem die Rückzahlung von den Kontoinhabern fordern. Die Opfer der Masche sollten Strafanzeige gegen die vermeintlichen Arbeitgeber stellen, so die Verbraucherzentrale.

27.03.21 wel