Wachmann überrascht Automatensprenger

Unbekannte sprengen Geldautomat in Koblenzer Hochschule auf

Erneut nehmen Unbekannte in Rheinland-Pfalz einen Geldautomaten ins Visier. Dabei greifen sie auch einen Wachmann an. Das Innenministerium schaltet sich ein und sieht Handlungsbedarf. 

Blick durch die demolierte Fensterscheibe: Die mit einer Plane abgedeckten Trümmer des gesprengten Geldautomaten stehen im Foyer des Hauptgebäudes der Hochschule Koblenz.

Koblenz/Prüm (dpa) – Unbekannte haben bei einer Geldautomaten-Sprengung an einer Koblenzer Hochschule einen Wachmann angegriffen. Er wird derzeit ärztlich behandelt, teilte die Polizei heute Morgen mit. Der Mitarbeiter hatte beobachtet, wie die Täter in der vergangenen Nacht die Scheibe der Eingangstür eingeschlagen hatten. Ob die Täter Geld erbeuten konnten, war zunächst unklar. Nach der Tat flüchteten sie mit einem dunklen Auto. Ein Gebäude ist durch die Detonation beschädigt worden. Eine Schadenssumme hat die Polizei noch nicht bekanntgegeben.

Das Innenministerium verurteilte die Attacke auf den Mitarbeiter. «Geldautomatensprenger gefährden durch ihre Aktionen immer wieder Unbeteiligte», sagte Innenstaatssekretärin Simone Schneider (SPD). «Mit dem Angriff auf einen Wachmann ist eine neue Qualität der Skrupellosigkeit erreicht».

Vernebeln, Einfärben, Verkleben …
In Rheinland-Pfalz hat sich die Zahl der Geldautomaten-Sprengungen innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Bis Mitte Dezember hat das Innenministerium 48 Fälle registriert. Im selben Zeitraum 2021 waren 21 Sprengungen gezählt worden.

Laut Schneider braucht es entschlossene Sicherungsmaßnahmen der Hersteller und Betreiber von Geldautomaten. Eine freiwillige Selbstverpflichtung der Betreiber, beispielsweise zum Einsatz von Vernebelungstechnik sowie Einfärbe- und Klebesystemen, könne ein wichtiger Schritt sein.

Vergangene Nacht suchte das Polizeipräsidium Trier nach kriminellen Gruppierungen, darunter Geldautomatensprengern. Für ihre Kontroll-Aktion leiteten die Beamten  den Verkehr auf der A 60 bei Prüm auf einen Parkplatz um. Vier Strafverfahren wurden in dieser Nacht eingeleitet. Eine mit Haftbefehl gesuchte Person wurde festgenommen.  

Foto:  Thomas Frey / dpa

29.12.22 wel