Wegen eines Trabis: „Eiskalt“ gemordet

23-Jähriger bekommt lebenslang

Görlitz (dapd). Wegen Mordes an seiner Exfreundin im Streit um ein Auto ist ein 23-Jähriger zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Görlitz sah es als erwiesen an, dass Steffen S. die Frau im August 2009 während des Liebesspiels erstickte, um in den Besitz ihres Trabants zu kommen. Er habe die Frau aus Habgier heimtückisch ermordet, hieß es in der Urteilsbegründung. Das Gericht sprach von einem «gezielten, planvollen, geradezu eiskalten Vorgehen».

Nach Erkenntnissen des Gerichts wollte die junge Frau ihren Trabi zunächst für 500 Euro an ihren Exfreund, einen leidenschaftlichen Trabi-Fan, verkaufen. Die Frau habe allerdings später ihre Meinung geändert, vermutlich weil der 23-Jährige das Geld nicht auf einmal habe bezahlen können. Diese Entscheidung habe sie dem Angeklagten, mit dem sie trotz der Trennung weiterhin sexuellen Kontakt hatte, an dem Augusttag in seiner Wohnung mitgeteilt. Aus Wut darüber ermordete der Mann die Frau, zeigte sich der Vorsitzende Richter Uwe Böcker überzeugt.

Sie sind ein berechnender Mörder“
Beim Liebesspiel habe er ihren Kopf mithilfe eines Kissens auf die Matratze seines Bettes gepresst und sich auf ihre Schultern gestemmt. Der Todeskampf dauerte zwischen 60 und 90 Sekunden. Der Mann habe die Arg- und Wehrlosigkeit seines Opfers ganz gezielt ausgenutzt, betonte Böcker. «Wir sind der Auffassung, dass Sie ein eiskalter, berechnender Mörder sind.»

Laut Gericht versteckte der 23-Jährige danach gemeinsam mit einem gleichaltrigen Komplizen das Auto der Getöteten in einem Waldstück und stahl das Autoradio. Anschließend habe er die Unterschrift der Frau auf einem Kaufvertrag für den Wagen gefälscht. Nach der Tat stahl er außerdem noch 500 Euro aus der Wohnung der Exfreundin. Bevor er das Fass, in dem er die Leiche einbetoniert hatte, in einen See warf, habe er sogar noch bei der Suche nach der 30-Jährigen geholfen. «Sie haben sie entsorgt wie ein Stück Müll», sagte Böcker.

Steffen S. hatte in Vernehmungen der Staatsanwaltschaft zunächst von einem tödlichen Unfall beim Liebesspiel gesprochen. «Hier ging es nicht um Sex, hier ging es nur um Geld», betonte hingegen Böcker. In einer weiteren Version räumte der Angeklagte allerdings die Tötung ein. Er habe die Tat damit begründet, dass er beim Liebesspiel von seiner Exfreundin geschlagen worden sei.

11.06.2011 dv