Wegen gefälschter Rechnungen: Paar soll Unternehmerin ermordet haben

Dobel (dpa) – Mord an einer Frau in Dobel im Nordschwarzwald im vergangenen Juli: Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft wollte ein Pärchen vor allem einen Betrug am Unternehmen seines mutmaßlichen Opfers verdecken. Die 68-Jährige war in ihrem Wohnhaus erstochen worden. Gegen das Paar – eine damals 38 Jahre alte Frau und ihr acht Jahre jüngerer Freund – ist Anklage unter anderem wegen gemeinschaftlichen Mordes erhoben worden.

Nach Darstellung der Ankläger soll das Paar die Geschäftsführerin umgebracht haben, nachdem es sie mit gefälschten Rechnungen mehrerer Scheinfirmen betrogen hatte. Die jetzt in Untersuchungshaft sitzende Frau hatte einen leitenden Posten in der Firma des späteren Opfers. Sie habe dies ausgenutzt und ihrem Partner in sieben Fällen die Beträge zu den angeblichen Aufträgen im Wert von fast 41.000 Euro überweisen lassen. Außerdem habe sie gehofft, den hochdotierten Posten der Geschäftsführerin nach deren Tod übernehmen zu können.

Allerdings habe es «betriebsinterne Zerwürfnisse» gegeben, teilte die Staatsanwaltschaft Tübingen nach den Ermittlungen einer Sonderkommission mit. Weil sie fürchtete, ertappt zu werden, soll die Frau gemeinsam mit ihrem Freund den Mord beschlossen haben. Während der gebürtige US-Amerikaner ins Wohnhaus eingedrungen sei und «mit erheblicher Gewaltanwendung» zugestochen habe, soll die Deutsche «gewichtige organisatorische Tatbeiträge übernommen» haben, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Der Mann hat sich laut Anklagebehörde zu den Tatvorwürfen bereits eingelassen, die Frau schweigt dagegen. Beiden droht eine lebenslange Freiheitsstrafe.

05.01.23 wel