Wer kennt den Jungen aus der Donau?

Rechtsmediziner rekonstruierten Gesicht des unbekannten toten Kindes

Vohburg (dpa) – Ein halbes Jahr nach der Entdeckung einer Kinderleiche in der Donau haben Rechtsmediziner das Gesicht des unbekannten Buben rekonstruiert. «Wissenschaftliche Erkenntnisse lassen fundierte Rückschlüsse, ausgehend von der individuellen Kopfform, auf das tatsächliche Aussehen zu Lebzeiten zu», berichtete die Kriminalpolizei gestern.

Das Gesicht des Jungen aus der Donau wurde rekonstruiert.

Die Ermittlungsgruppe der Ingolstädter Kripo hofft nun, dadurch einen Durchbruch bei den Ermittlungen zu erzielen. Zudem wurde für Zeugen-Hinweise, die zur Klärung des Falls führen, eine hohe Belohnung ausgesetzt – 10.000 Euro. 

Niemand vermisst den Jungen  
Am 19. Mai hatte ein Kanu-Fahrer beim oberbayerischen Vohburg (Landkreis Pfaffenhofen/Ilm) den Leichnam des Jungen im Fluss entdeckt. Der tote Bub war verpackt und lag bereits eine längere Zeit – vermutlich mehrere Monate – im Wasser. In der Folge hatten Beamte die Ufer der Donau im Raum Ingolstadt sowie auch den Fluss selbst abgesucht, jedoch ohne einen Hinweis auf einen Täter zu finden. Fahndungsplakate brachten bisher auch nicht den gewünschten Erfolg  (e110 berichtete).

Die Gerichtsmediziner konnten mittlerweile allerdings weitere Details zu dem Jungen herausfinden. Das Kind war zwischen drei und sieben Jahre alt, 110 cm groß, etwa 15 Kilo schwer und hatte blaue Augen sowie dunkelblonde bis braune Haare.

Mit diesem Pflasterstein wurde die Leiche beschwert.

Auch Details zu dem Stein, mit dem die Kinderleiche in der Donau versenkt wurde, hat die Polizei nun veröffentlicht. Es handelt sich um einen 40 x 20 x 6 cm großen Pflasterstein, der unter dem Namen Diephaus, Typ «Natura Vigo», verkauft wird.

Fotos:  PP Oberbayern-Nord

19.11.22 wel