XY-Update: Toter identifiziert

Wer ermordete Ryszard Gorczyca?

(XY-Sendung vom 14. Oktober 2020)
26 Jahre nach dem Auffinden eines unbekannten Toten konnte die Kripo Trier die Identität des Mannes klären: Ryszard Gorczyca hat ab 1989 in Idar-Oberstein gelebt, dann war er verschwunden. Warum musste der 46-Jährige sterben?

Ermordet: Ryszard Gorczyca.

Am 3. März 1994 fanden Arbeiter in einem Wald bei Idar-Oberstein (Stadtteil Georg-Weierbach) einen Toten, der offenbar einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen war. Der Leichnam war in einem Bundeswehrschlafsack und blauen Müllsäcken verpackt und vergraben worden. Zweimal schon, 1994 und 1999, versuchte die Kripo Trier mit Hilfe von „Aktenzeichen XY“ die Identität des Toten zu klären.

Opfer stammte aus Polen
Jetzt, 26 Jahre nach dem Auffinden des Toten, kennt die Polizei seinen Namen. Es handelt sich um den damals 46-jährigen polnischen Staatsbürger Ryszard Gorczyca. Bis 1989 hat er in Danzig gelebt und war dann mit seiner Familie in den Raum Idar-Oberstein ausgesiedelt. In Idar-Oberstein gemeldet war er bis Ende 1991. Danach verliert sich seine Spur.

Zeichnungen der Tätowierungen des Opfers

Seine Familie hat ihn nicht als vermisst gemeldet. Sie war davon ausgegangen, dass er nach wiederholten Streitigkeiten zurück nach Polen gegangen sei. Die Polizei sucht nun weitere Personen, die Kontakt zu Ryszard Gorczyca hatten und Angaben zu seinen Lebensumständen machen können. Der Todeszeitpunkt dürfte zwischen Oktober 1993 und März 1994 gelegen haben.

Personenbeschreibung (zum Zeitpunkt des Verschwindens):
46 Jahre alt, etwa 1,68 m groß, 50 bis 55 Kilo schwer, dunkelblonde Haare, zeitweise trug er einen Bart.
Er hatte mehrere auffällige Tätowierungen, zwei davon am linken Unterarm: ein mit einem Dolch durchstochenes Teufelsgesicht und ein von einer Schlange umwundenes Schwert, darunter das Wort „Love“.

Diese Spaten wurden am Fundort der Leiche entdeckt.

Gefundene Gegenstände:
Bei der Leiche fanden die Ermittler eine grüne, ärmellose Weste und zwei auffällige Spaten. Der eine Spaten hatte ein rotes Spatenblatt, am Metall-Stiel weiße und silberne Farbreste und einen schwarzen Kunststoffgriff (Markenname „Lasher“ eingeprägt). Der zweite Spaten hatte einen Holzgriff. Das Spatenblatt war ursprünglich mit sieben Nieten befestigt, von denen allerdings zwei fehlten.

Bis heute ist unklar, ob die gefundene Weste dem Opfer gehörte.

Fragen nach Zeugen:

  • Wer kannte Ryszard Gorczyca und kann Angaben zu weiteren Personen machen, mit denen er in Kontakt gestanden haben könnte?
  • Wer kann Angaben zum letzten Aufenthaltsort oder zu den Lebensgewohnheiten des Verstorbenen machen?
  • Wer kann Hinweise zu den beiden Spaten geben oder vermisst einen solchen?
  • Wer kann Hinweise zu der ärmellosen Weste geben?

Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, ist eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt.

Zuständig: Kripo Trier, Telefon: 0651 / 97 79 24 80
(ab 15. Oktober: 0651 / 97 79 0)
Vertrauenstelefon für anonyme Hinweise: 0152 / 28 85 49 68