Zehn Transporter in Flammen

Brandanschläge auf Flüchtlingsbehörde

Ein Feuer auf dem Gelände der Landesaufnahmebehörde in Braunschweig zerstört zehn Transporter. In Hannover findet die Polizei Brandsätze, die aber nicht zündeten. Das Innenministerium geht von einem linksextremistischen Hintergrund aus.

Zehn Transporter sind auf dem Gelände der Landesaufnahmebehörde in Braunschweig ausgebrannt.

Braunschweig/Hannover (dpa) – Nach einem Feuer auf dem Gelände der  Landesaufnahmebehörde  in Braunschweig geht das niedersächsische Innenministerium von einem linksextremistischen Brandanschlag aus. Laut Innenministerium deutet ein Bekennerschreiben im Internet hin. «Ich bin geschockt und erschüttert über das Ausmaß der Anschläge und die Rücksichtslosigkeit dieser Täter», sagte der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) laut einer Mitteilung gestern. «Niemand hat in Deutschland das Recht, rücksichtslos und mit purer Gewalt eigene politische Ziele durchzusetzen», sagte der Minister.

Die Landesaufnahmebehörde organisiert die Aufnahme und Unterbringung von asylsuchenden Menschen in Niedersachsen und unterstützt die kommunalen Ausländerbehörden bei Rückführungen. Auf dem Gelände der Behörde in Braunschweig waren in der Nacht zu Samstag zehn Fahrzeuge und ein Anhänger in Flammen aufgegangen. Die neuen Transportfahrzeuge brannten komplett aus. Menschen wurden bei dem Feuer nicht verletzt. Nach ersten Schätzungen ist ein Schaden von rund einer halben Million Euro entstanden.

Brandsätze in Hannover zünden nicht
Wie das Innenministerium gestern Nachmittag bekannt gab, wurden auch am Gebäude der Landesaufnahmebehörde in Hannover-Langenhagen Brandsätze gefunden, diese zündeten aber nicht.

Nach Ministeriums-Angaben deutet ein Bekennerschreiber, das gestern im Internet veröffentlicht wurde, auf einen linksextremistischen Hintergrund hin. Die Polizei hatte am Morgen zunächst noch keine Einzelheiten zu dem Brand in Braunschweig mitteilen können. Nun soll das Landeskriminalamt die Übermittlungen übernehmen.

«Die Ermittlungen nach den Tätern laufen auf Hochtouren», hieß es. Innenminister Pistorius sagte, in Niedersachsen werde eine «starke Radikalisierung» der linksextremistischen Szene festgestellt, die sich zu einer «terroristischen Struktur» entwickle.

Foto: Moritz Frankenberg / dpa 

10.01.21 wel