Der rote Wartburg

Deutsch-tschechische Spurensuche

Am 11. September 1993 entdeckt ein Passant auf einem Waldweg in der tschechischen Region Franzensbad, wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, die Leiche einer jungen Frau. Sie wurde erdrosselt. Fast zeitgleich untersucht die Polizei im thüringischen Gera mehrere aufgebrochene Autos, unter anderem einen roten Wartburg. Der Fahrer des Wagens findet darin kurze Zeit später den Ausweis einer jungen Tschechin.

Noch ahnt niemand, dass hinter dem routinemäßigen Polizeieinsatz von Sachbeschädigung ein viel größeres Verbrechen steckt. Erst Monate später wird klar, dass die Taten miteinander in  Zusammenhang stehen. Für die Kripo beginnen jahrelange, grenzübergreifende Ermittlungen. Die Zusammenarbeit beider Länder verläuft nach der Auflösung des Ostblocks lange schleppend. Dann, im Jahr 2004 – elf Jahre nach dem Mord – ändert sich mit dem Eintritt Tschechiens in die EU die Gesetzeslage. Der Austausch zwischen den Behörden wird leichter. Jedes kleine Detail in den Akten  dieses Falls wird jetzt noch einmal überprüft.

Zu Gast im Podcast-Studio bei Rudi Cerne und Conny Neumeyer ist Kriminalhauptkommissar a. D. Wolfgang Albert, der zunächst als Sachbearbeiter und später als Kommissariatsleiter in Gera für den Fall zuständig war. In  XY-Podcast #100  berichtet er von einem Täter, der seinen Willen um jeden Preis durchsetzen wollte.

Außerdem im Interview: Prof. Dr. Arndt Sinn. Der Strafrechtswissenschaftler der Universität Osnabrück erklärt, warum grenzüberschreitende Ermittlungen damals so herausfordernd waren.

Weitere spannende Fälle gibt es jetzt auch im Kanal „ZDF Tue Crime“ auf YouTube.

Symbolfoto: Clau M / Pixabay

25.02.26  wel