Gefälschte Internet-Seiten locken immer wieder mit angeblich sicheren Anlagegeschäften. Die Betrüger werben mit erfundenen Aussagen von Prominenten oder bekannten Unternehmen ohne deren Erlaubnis oder Kenntnis und versprechen hohe Gewinne.

Der Eindruck wird erweckt, es handele sich hierbei um lukrative Anlagetipps, die eigentlich streng geheim sind. Allein in Rheinland-Pfalz entstand im Vorjahr durch Anlagebetrug eine Schadenssumme von 77 Millionen Euro.
Betrügerische Werbe-Anzeigen werden häufig ungeprüft von externen Dienstleistern verlinkt. Die Plattformen sehen daher auf den ersten Blick seriös aus und werden auf Webseiten, Zeitungen und in den sozialen Medien beworben.
Schnelle Entscheidung gefragt
Auch in Chatgruppen von Messenger-Diensten sind die Täter aktiv. Sie geben sich als Gruppenmitglieder aus, um gezielt Vertrauen bei potenziellen Opfern aufzubauen. Betroffene werden dringlich dazu aufgefordert, Geld zu investieren, bevor das vermeintlich lukrative Angebot verfällt. Das Geld, meist in Form von Kryptowährung, soll in der Regel auf Trading-Plattformen oder ausländische Konten überwiesen werden.
Der Betrug beginnt oft mit einem kleinen Startkapital und einer professionell wirkenden Online-Präsenz. Sobald die Personen ihre Kontaktdaten auf den betrügerischen Seiten angeben, werden sie von vermeintlichen Anlageberatern kontaktiert.
Verlockende Versprechungen
Die Berater wirken äußerst professionell und bauen über Wochen hinweg ein Vertrauensverhältnis auf. Sie locken am Telefon mit hohen Renditen, niedrigem Risiko und der Möglichkeit, mit kleinen Beträgen einzusteigen. Oft liegt die Anfangsinvestition zwischen 200 und 250 Euro.
Nach der ersten Investition können die Kunden die angebliche Kursentwicklung ihrer Geldanlage im Depot, einem gefälschten Trading-Konto, verfolgen. Ermutigt durch vermeintlich hohe Gewinne lassen sich viele zu immer höheren Investitionen verleiten.
Zahlen ohne Ende
Die Betroffenen sollen Gelder auf reale Krypto-Börsen überweisen, häufig unterstützt durch den Broker, der Fernzugriff auf den Rechner oder das Smartphone der Betroffenen fordert. Über Software wie „AnyDesk“ oder „TeamViewer“ wird den Betrügern der Zugriff gewährt, so dass sie ohne weiteres Zutun ihrer Opfer agieren können.
Besonders heimtückisch wird der Betrug, wenn man versucht, sich das Geld auszahlen zu lassen. Dann fordern die Betrüger immer neue Gebühren. Oder sie brechen den Kontakt völlig ab. In manchen Fällen wird der Betrug durch gefälschte Anwaltskanzleien oder Kreditverträge erweitert.
So schützt man sich vor Anlagebetrug:
- Grundsätzlich sollten keine sensiblen Daten wie Zugangsdaten zum Online-Banking preisgeben werden.
- Man sollte niemals Zugriff auf den eigenen Rechner oder sein Smartphone gewähren.
- Nicht auf unseriös wirkende Anzeigen mit übertriebenen Versprechungen klicken!
- Wenn die Investitionen ausschließlich in Kryptowährungen getätigt werden müssen, sollte das misstrauisch machen.
- Wer einem Betrug aufgesessen ist, sollte möglichst schnell bei der Polizei Anzeige erstatten.
Mit dem „Fake-Check Geldanlage“ der Verbraucherzentrale können unseriöse Anbieter rechtzeitig erkannt werden. Die Unternehmensdatenbank der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kann auch genutzt werden, um sich über Trading-Plattformen zu informieren.
(Quelle: VZ Rheinland-Pfalz)
Symbolfoto: Steve Buissinne / Pixabay
25.03.26 wel

