KI wird zum Komplizen

Betrüger nutzen Künstliche Intelligenz

Kriminelle nutzen auch im Online-Autohandel zunehmend Künstliche Intelligenz (KI), um potenzielle Käuferinnen und Käufer zu überlisten. Von täuschend echten Websites über perfekt gefälschte Rechnungen bis hin zu seriös wirkenden Händlerprofilen – KI macht es Betrügern leichter denn je, sich Vertrauen zu erschleichen.

KI ist für Betrüger längst mehr als nur ein Hilfsmittel – sie ist ein strategisches Werkzeug. Texte, Webseiten, Dokumente und sogar Chats lassen sich mithilfe von KI automatisiert und realitätsnah erzeugen. Was früher noch durch Rechtschreibfehler oder unlogische Formulierungen auffiel, wirkt heute oft durchdacht und stimmig. Die Grenze zwischen echt und gefälscht verschwimmt durch den Einsatz von KI zunehmend. Gerade deshalb ist es wichtig, dass Verbraucher genau hinsehen.

Gefälschte Verkaufsportale
Besonders bei Phishing wird Künstliche Intelligenz gezielt eingesetzt, um Käufer zu täuschen: Bekannte Fahrzeugbörsen werden optisch nahezu identisch kopiert. Oft unterscheidet sich nur ein Buchstabe in der Webadresse. Ziel ist es, Zugangsdaten, Bankinformationen oder TANs zu erbeuten. KI hilft dabei, Sprache und Layout so realistisch zu gestalten, dass Viele keinen Verdacht schöpfen. In manchen Fällen setzen die Täter zusätzlich auf automatisierte Telefonansagen, die den bekannten Kunden-Hotlines echter Fahrzeugportale nachempfunden sind – inklusive markentypischer Musik oder Begrüßung. So soll zusätzlich Vertrauen erzeugt und der Betrug perfektioniert werden.

Darüber hinaus gibt es weitere gängige Maschen, bei denen Käuferinnen und Käufer besser zweimal hinschauen sollten:

  • Lockangebote mit Vorkasse: Fahrzeuge werden zu auffällig günstigen Preisen inseriert – angeblich wegen eines plötzlichen Umzugs oder einer Erbschaft im Ausland. Interessenten werden mit plausiblen Begründungen zu schnellen Zahlungen gedrängt, meist ohne das Fahrzeug je gesehen zu haben. Danach: Funkstille.
  • Falsche Treuhand- und Speditionsdienste: Kriminelle täuschen eine sichere Zahlungs- oder Lieferabwicklung per Treuhand- oder Speditionsdienst vor – über angebliche Drittanbieter, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Die vermeintliche Sicherheit entpuppt sich als Finte.
  • Gefälschte Händlerprofile – besonders bei Nutzfahrzeugen: Aktuell mehren sich Betrugsfälle, bei denen sich Kriminelle als Vertreter bekannter Firmen ausgeben und gezielt Transporter oder Lkw inserieren. Dabei nutzen sie gefälschte Händler-Identitäten, authentisch wirkende E-Mail-Adressen und professionell gestaltete Scheinrechnungen. Wer auf die gut gemachten Fälschungen hereinfällt, zahlt oft hohe Summen – ohne je ein Fahrzeug zu erhalten.

(Quelle: Polizei-Beratung) 

Illustration: Angela Parszyk / Pixelio

18.08.25  wel