Ein Schlauchboot mit Außenbordmotor und einem Mann am Steuerrad fährt Richtung offener See.

Mord auf der Nordsee

Opfer als Drogenkurier tätig?

(XY-Sendung vom 8. April 2026)
Ein 60-Jähriger fährt im April 2024 auf die Nordsee hinaus und verschwindet spurlos. Wenige Monate später wird seine Leiche im Watt gefunden.

Ein Schlauchboot mit Außenbordmotor und einem Mann am Steuerrad fährt Richtung offener See.

XY-Szenenfoto

Ein Fall voller Rätsel: Am 29. April 2024 fährt der Hamburger Geschäftsmann Frank Procopius auf die Elbe, um den Motor eines seiner Festrumpf-Schlauchboote, auch RIB genannt, einzufahren. Seine Firma veranstaltet mit diesen Booten Ausflüge im Hamburger Hafen. Als er gegen 15 Uhr nicht mehr erreichbar ist und seine Lebensgefährtin seinen Standort nicht abrufen kann, alarmiert sie die Wasserschutzpolizei in Cuxhaven. Kurz darauf wird das herrenlose Boot gefunden. Aber von Procopius fehlt jede Spur.

Übersichtskarte von der Route des Opfers am Tattag, beginnend in Grünendeich über die Elbe westlich in Richtung Außenelbe, vorbei an Cuxhaven hinaus auf die Nordsee.

Frank Procopius fuhr in Grünendeich los.

 Bootsfahrt in den Tod
Am 9. Juli 2024 entdecken Mitarbeiter der Schutzstation Wattenmeer bei Süderoogsand eine Leiche im Schlick: Frank Procopius. Um seinen Hals liegt ein eng zugezogener Kabelbinder, seine Rettungsweste ist aufgeschlitzt und mit Metallschäkeln versehen, Vermutlich war daran ein schweres Gewicht befestigt.

Ein Suizid? Unwahrscheinlich. Ermittler stoßen auf finanzielle Probleme: Der 60-Jährige hatte Kredite aufgenommen, unter anderem bei Privatpersonen, während er gleichzeitig ein Haus renovierte und seinen Sohn unterstützen wollte. Zudem hatte Procopius früher Verbindungen ins Hamburger Kiez-Milieu. Ob Konflikte aus dieser Zeit oder offene Schulden eine Rolle spielen, ist unklar.

Karte mit Markierung des Leichenfunds bei Süderoogsand südlich der Insel Pellworm.

Fundort von Frank Procopius‘ Leiche

Aufs Meer gelockt?
Die Kripo Flensburg hält eine andere Theorie für wahrscheinlich: Procopius könnte mit seinen RIBs auf der Außenelbe Drogenpakete eingesammelt haben, die von Containerschiffen aus ins Meer geworfen wurden. Ein kurz vor seinem Verschwinden gefahrenes Achter-Manöver spricht dafür. Es wird typischerweise dafür eingesetzt, um etwas aus dem Wasser zu bergen. Möglicherweise wurde Pocopius gezielt aufs Meer gelockt oder beobachtet.

Gegen 15.30 Uhr könnte ein zweites, ebenfalls unauffälliges Boot aufgetaucht sein. Es könnte zu einem Streit gekommen sein, etwa wegen Geld oder Drogen. Procopius – so die Theorie – wurde bewusstlos geschlagen, seine Weste präpariert, ein Kabelbinder um seinen Hals gezogen. Anschließend wurde er ins Meer geworfen.

Die Schäkel Konstellation, die an der Rettungsweste des Opfers befestigt war. Ein U-Profil und ein Hufeisenprofil.

Wer war bis April 2024 im Besitz dieser Schäkel?

Fragen nach Zeugen:

  • Wer hat am 29. April 2024 zwischen 8 und 16 Uhr Beobachtungen auf der Elbe und Außenelbe gemacht, die von Bedeutung sein könnten?
  • Wer hat Frank Procopius mit seinem RIB an diesem Tag gesehen und noch nicht mit der Polizei gesprochen?
  • Wer hat an besagtem Tag auf der Elbe Fotos /  Videos angefertigt und kann diese der Polizei zur Verfügung stellen?
  • Woher kommen die Schäkel, die an der Rettungsweste befestigt wurden?
  • Wer hat bis April 2024 Schäkel dieser Art, beispielsweise in einer Garage, Werkstatt oder auf einem Boot benutzt?

Belohnung:
Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, ist eine Belohnung von 7.000 Euro ausgesetzt.

Zuständig: Kripo Flensburg; Telefon: 0461 / 484 55 55
(ab 9. April:  0461 / 48 40)