Ein schwarz gekleideter Räuber bedroht einen alten Mann. Im Hintergrund durchsucht ein weiterer Täter einen Schrank.

Fassadenkletterer am Werk

Überfall auf schwerhörigen Rentner

(XY-Sendung vom 21. Januar 2026)
Seit Wochen ist ein Mietshaus in Bochum-Mitte mit einem Baugerüst versehen. Für drei Räuber eine willkommene Hilfe auf dem Weg zur Wohnung eines 84-jährigen Rentners.

Ein schwarz gekleideter Räuber bedroht einen alten Mann. Im Hintergrund durchsucht ein weiterer Täter einen Schrank.

XY-Szenenfoto

Seit dem Tod seiner Frau vor wenigen Jahren lebt das Opfer allein in seiner Wohnung mitten in Bochum. Seit Herbst 2023 sind Bauarbeiter damit beschäftigt, die Fenster an dem Altbau zu erneuern. Deshalb ist das Haus wochenlang rundherum eingerüstet. Am Samstag, 24. Februar 2024 schleichen drei junge Männer um das Haus herum. Ihr Ziel: die Wohnung des Rentners im Hochparterre. Das Baugerüst kommt ihnen gerade recht.

Über den Balkon in die Wohnung
Ohne dass es jemand merkt, schwingen sie sich auf die unterste Plattform und gelangen so mühelos zur Wohnung des alten Mannes. Dieser sitzt, wie durch eines der neuen Fenster zu erkennen ist, vor dem Fernsehgerät und schaut sich einen Krimi an. Was dem Trio ebenfalls entgegenkommt: Der Wohnungsinhaber ist schwerhörig und hat deshalb Kopfhörer auf.

Die drei Männer steigen auf den Balkon, der zur Wohnung gehört. Sie schlagen ein Loch in die Scheibe einer Balkontür und steigen in die Wohnung ein. Wenige Augenblicke später steht einer der Männer im Fernsehzimmer des alten Mannes. Dieser hat ihn aus den Augenwinkeln zwar bemerkt, hält ihn aber im ersten Moment für seinen Sohn.

Gegenwehr sinnlos
Doch der Eindringling klärt das Missverständnis sofort auf: „Überfall!“. Der Rentner greift zu seinem Abendbrotmesser, um sich zu wehren. Doch gegen die jungen Männer hat er keine Chance. Sie entwaffnen ihn mühelos und fesseln ihn an seinen Fernsehsessel. Auf die Frage, wo er sein Geld versteckt habe, gibt er nur ausweichende Antworten. Die Täter gaben sich damit zufrieden, denn die richtige Antwort kennen sie längst. Aus der Vorgehensweise der Täter schließt die Kripo später, dass sie über Insider-Kenntnisse verfügt haben dürften.

Vorder- und Rückseite einer Armbanduhr mit schwarzem Band, goldener Lünette und weißem Ziffernblatt in einer roten Box mit grünem Futter.

Markantes Beutestück: Armbanduhr mit Gravur.

Zunächst durchsucht das Trio alle Schränke und Schubladen nach Wertgegenständen. Unter anderem erbeutet es eine kleine Münzsammlung und mehrere Armbanduhren. Dann wenden sich die Männer zielstrebig dem Kleiderschrank im Schlafzimmer zu. Am Boden des Möbelstücks hat sich der Rentner ein Versteck für seine Ersparnisse gebastelt. Die Täter finden es sofort und nehmen 25.000 Euro an sich.

Auf der Flucht gefilmt
Nach etwa 20 Minuten verlassen die Täter die Wohnung. Ihr Opfer bleibt gefesselt zurück, kann sich aber relativ schnell befreien und um Hilfe rufen. Inzwischen fliehen die Männer durch den Stadtteil. Dabei werden sie von Zeugen gesehen. Der Hauptverdächtige wird sogar gefilmt, als er kurzerhand einen anderen Fluchtweg wählt und durch eine U-Bahn-Station in der Nähe hastet. Möglicherweise – so vermutet die Kripo – haben die Täter für den Fall, dass sie getrennt fliehen mussten, einen Treffpunkt im Viertel ausgemacht.

Ein Mann mit grauer Jacke und schwarzer Jogginghose läuft durch eine U-Bahn-Station.

Mutmaßlicher Haupttäter in der U-Bahn-Station.

Täterbeschreibungen:
Zwei der Männer waren relativ jung: 18 bis 20 Jahre alt, ihr Komplize wird auf Ende 20 bzw. Anfang 30 geschätzt. Alle drei waren dunkel gekleidet.
Der Wortführer: etwa 1,70 m groß, auffallend schlank. Tatkleidung: schwarzer Hoodie, darüber eine schwarze Jacke, schwarze Jogginghose mit weißen Längsstreifen an den Beinen, an den Füßen Sneakers.
Der ältere Komplize: 1,80 bis 1,90 m groß, kräftige Statur. Nach der Beschreibung von Zeugen hatte er eine Glatze und trug einen Vollbart. Tatkleidung schwarze Lederjacke.
Der dritte Mann: etwa 1,70 m groß, schwarzes Tuch als Maske über Mund und Nase geschlungen.

Vorder- und Rückseite von zwei Taschenmessern. Eines in blau mit dem Panorama von Bochum in weiß auf der Rückseite. Das andere in schwarz mit gelbem Dortmund-Panorama.

Geraubt wurden auch solche kleinen Taschenmesser

Geraubte Gegenstände:

  • mehrere kleine verschiedenfarbige Taschenmesser, auf den Rückseiten stilisierte Panoramen von Bochum und Dortmund.
  • Armbanduhr, hergestellt von der Pforzheimer Uhrenmanufaktur Lacher, weißes Ziffernblatt mit römischen Zahlen, braunes Lederarmband. Wie aus einer Gravur auf der Rückseite des Uhrengehäuses zu erkennen ist, handelt es sich um ein Geschenk der Gewerkschaft IG Metall zur 50-jährigen Mitgliedschaft des Überfallopfers.

Fragen nach Zeugen:

  • Wer erkennt den Mann, der auf seiner Flucht durch die U-Bahn-Station „Bochumer Verein/Jahrhunderthalle Bochum“ von Überwachungskameras aufgenommen wurde?
  • Wer hat den Mann um etwa 23 Uhr beim Verlassen des U-Bahnhofs in der Alleestraße auf Höhe Metzstraße gesehen und kann Angaben dazu machen, wohin er gelaufen ist?
  • Wer hat die beschriebenen Männer zwischen 23 Uhr und Mitternacht am Samstag, 24. Februar 2024, zusammen beobachtet?

Belohnung:
Für Hinweise, die zur Aufklärung des Überfalls führen, ist eine Belohnung von 3000 Euro ausgesetzt.

Zuständig:
Kripo Bochum, Telefon 0234 / 909 88 77
(ab 22. Januar 0234 / 90 90)