Warum zahlen, wenn’s gratis ist?

Vorsicht: Kostenfallen im Internet!

Ob Nachsendeauftrag, Rundfunkbeitrag oder Führungszeugnis: Wer online nach entsprechenden Formularen sucht, landet nicht immer auf der Seite der zuständigen Stelle.

Die Verbraucherzentrale Bayern erhält derzeit zahlreiche Beschwerden über kostenpflichtige Online-Dienste, die scheinbar offizielle Formulare für Behörden oder öffentliche Stellen anbieten. Tatsächlich handelt es sich aber häufig um gewerbliche Vermittlungsanbieter, die Anträge lediglich an die zuständigen Stellen weiterleiten. Dafür verlangen sie oft überzogene Preise, obwohl die Anträge bei der zuständigen Institution kostenlos oder deutlich günstiger gestellt werden können.

Seiten wirken wie offizielle Angebote 
Viele Betroffene berichten, erst im Nachhinein erkannt zu haben, dass sie nicht auf der Internetseite der zuständigen Einrichtung gelandet sind. «Die Seiten ähneln im Design stark den offiziellen Angeboten. Da sie bei Suchmaschinen unter den ersten Treffern erscheinen, gehen viele Verbraucherinnen und Verbraucher davon aus, auf der Seite der zuständigen Stelle zu sein», sagt Tatjana Halm, Referatsleiterin Recht und Digitales bei der Verbraucherzentrale Bayern.

Beschwerden: Von «Abzocke» bis «Betrug»
Die kostenpflichtigen Vermittlungsdienste treten bei unterschiedlichen Antragsarten auf. Beschwerden erreichen die Verbraucherzentrale Bayern nicht nur zu Post-Nachsendeaufträgen oder Änderungen beim Rundfunkbeitrag, sondern auch im Zusammenhang mit Auskünften zur gesetzlichen Rentenversicherung, der Beantragung eines Führungszeugnisses oder dem Kirchenaustritt.

Teilweise handelt es sich dabei lediglich um kostenpflichtige Ausfüllhilfen für Formulare, etwa bei Kindergeldanträgen. In manchen Fällen ist der Preis für Verbraucher nicht sofort erkennbar oder versteckt sich im Kleingedruckten. «Ist der Preis nicht klar und gut sichtbar angegeben, kommt schon kein wirksamer Vertrag zustande», betont Tatjana Halm. Unternehmen müssen deshalb einen Button bereitstellen, der deutlich auf die Kostenpflicht hinweist. Nicht selten werden die versprochenen und bezahlten Hilfeleistungen gar nicht erbracht.

Anbieter genau prüfen!  
«Wer über Suchmaschinen nach den entsprechenden Online-Anträgen sucht, sollte genau prüfen, ob er sich tatsächlich auf der offiziellen Seite der zuständigen Einrichtung befindet», rät Tatjana Halm. «Hinweise darauf können unter anderem die Internet-Adresse, das Impressum oder Preisangaben im Bestellprozess geben.» Aber auch eine kurze Recherche über die Seriosität der Firma und Erfahrungen anderer User geben wertvolle Aufschlüsse: Einfach den Namen der Firma oder die Internet-Adresse in die Suchmaschine eingeben und mit dem Wort «Erfahrungen» versehen!

Wer sich unsicher ist, kann sich an die Verbraucherzentrale seines jeweiligen Bundeslandes wenden und dort einen Beratungstermin vereinbaren. Wo sich die nächstgelegene Verbraucherzentrale befindet, erfährt man unter verbraucherzentrale.de.

(Quelle: VZ Bayern)

Foto: Gerd Altmann / Pixabay

01.04.26  wel