Vorsicht, Fälschungen!

Betrüger wollen «Rundfunkbeitrag»

Vorsicht, Fälschungen in Umlauf!

Das Schreiben sieht auf den ersten Blick täuschend echt aus: Oben rechts ein fehlerfreies Logo des Beitragsservices von ARD und ZDF, links das aktuelle Datum und eine Beitragsnummer. Dazu eine förmliche Anrede und eine formvollendete Behördensprache. Spätestens bis morgen seien 55,08 Euro zu überweisen.

Sofort zahlen! – Auf keinen Fall!  
«Es wird Zeitdruck ausgeübt, das ist ein klassisches Mittel bei diesen Maschen“, analysiert Ralf Scherfling, Phishing-Experte der Verbraucherzentrale NRW, die Masche. „Bei uns haben sich bereits zahlreiche verunsicherte Verbraucher gemeldet, die das Schreiben erhalten haben.“ Betroffene sollten nicht antworten und auf keinen Fall bezahlen, rät der Experte.

Doch wie erkennt man den Betrug? Zum einen durch den Zeitdruck. Gefordert wird eine Zahlung innerhalb eines Tages. Das soll verhindern, dass die potenziellen Opfer das Schreiben in Ruhe prüfen. Zudem heißt es am Ende des Schreibens, die Adressaten sollen beim Onlinebanking die Option „Sofort-Überweisung“ wählen. Wenn sie dieser Forderung nachkommen, können Betroffene die Überweisung nicht stornieren und das Geld nicht zurückholen, warnen die Verbraucherschützer. Gleichzeitig wird in dem Schreiben eine Ersparnis angeboten, wenn man direkt für ein halbes oder ein ganzes Jahr überweist. Wichtig ist auch, so die Verbraucherzentrale, sich die Absender-Adresse anzuschauen.

Worauf sollte man achten?
Mit dem Logo des Beitragsservices von ARD, ZDF und Deutschlandradio wird behauptet, dass bisherige feste Zahlungstermine angepasst worden seien und man innerhalb eines Tages den aktuellen Quartalsbeitrag überweisen müsse. Dafür wird weiter unten in der E-Mail ein deutsches Bankkonto angegeben.

Das Konto gehört jedoch nicht zum Rundfunkbeitragsservice, sondern ist bei einer spanischen Bank mit deutscher Niederlassung eingerichtet worden. Ebenfalls falsch ist die Behauptung in der Mail, man bekomme Rabatt, wenn man direkt den Beitrag für ein halbes oder ganzes Jahr überweise. Beim echten Rundfunkbeitrag gibt es keinen Rabatt für bestimmte Zahlungsweisen. Wer den Sachverhalt nicht abschließend bewerten kann, sollte sich im Zweifel beim echten Rundfunkbeitragsservice erkundigen, zum Beispiel auf der Internetseite «rundfunkbeitrag.de».

Wie schützt man sich?
Bei jeder Zahlungsaufforderung oder Identitätsüberprüfung sind einfache, aber wirksame Vorsichtsmaßnahmen ratsam:

  • Links prüfen: Die URL (Internetadresse) genau ansehen – vor allem auf Tippfehler, zusätzliche Zeichen oder ungewöhnliche Domain-Endungen achten! Das sind Warnsignale. In diesem Fall verbirgt sich hinter „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“ keine Adresse, die auf „@rundfunkbeitrag.de“ endet.
  • Keine Links direkt in E-Mails, SMS oder Social Media öffnen. Hat man ein Konto bei dem betroffenen Dienst, lieber die echte Internet-Adresse manuell im Browser eingeben.
  • Wenn möglich nur Zahlungsmethoden nutzen, bei denen das Geld grundsätzlich zurückgebucht werden kann.

Weiterführende Informationen:

(Quelle:  VZ NRW)

Fotos:  Gerd Altmann / Pixabay und GEZ

11.05.26  wel