Cyber-Crime: Jeder Zehnte betroffen

Viele machen es Betrügern allzu leicht

Der Cybersicherheitsmonitor 2026 von BSI und Polizei beleuchtet das Schutzverhalten der Bevölkerung und ihre Betroffenheit von Cyberkriminalität.

Viele Menschen informieren sich über ihre persönliche IT-Sicherheit erst im Ernstfall. Das ist das Ergebnis des «Cybersicherheitsmonitors 2026». Die repräsentative Befragung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und des Programms Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) beleuchtet das Schutzverhalten der Bevölkerung und ihre Betroffenheit von Cyberkriminalität. Dabei zeigt sich auch: Allein in den vergangenen zwölf Monaten war jeder Zehnte von einer Straftat im Internet betroffen (11 %). Häufigster Tatbestand: Betrug beim Onlineshopping.

BSI-Präsidentin Claudia Plattner: «Cybersicherheit muss im Alltag von Verbraucherinnen und Verbrauchern einfacher, präsenter und verständlicher werden. Viele Menschen wollen sich sicher online bewegen, brauchen dafür aber niedrigschwellige Informationen. Diese liefern wir – etwa indem wir Anleitungen für Sicherheitsmaßnahmen im digitalen Alltag bereitstellen und Lehrkräfte befähigen, das Thema in ihren Unterricht zu holen.» Zugleich dürfe man die Verantwortung nicht allein bei den Usern abladen. so die Amtschefin weiter. Hersteller und Anbieter digitaler Geräte und Anwendungen müssten sichere Produkte und Dienste zum Standard machen.

Kriminellen den Boden entziehen  
Dr. Stefanie Hinz, Landespolizeipräsidentin und Vorsitzende des ProPK, warnt: «Cyberkriminalität ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Sei es durch gefälschte E-Mails oder Betrug beim Einkauf im Internet. Um den Methoden der Täterinnen und Täter den Boden zu entziehen, macht die Polizei deren Vorgehensweisen transparent. Das Zusammenspiel aus Prävention, Aufklärung und entschlossenem Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden trägt entscheidend dazu bei, den digitalen Raum sicherer zu machen.»

Besonders häufig erlebten Betroffene im Vorjahr Betrug beim Onlineshopping und beim Onlinebanking, Fremdzugriffe auf Online-Accounts und Phishing sind an der Tagesordnung. Zugleich zeigen sich deutliche Lücken beim Schutzverhalten: Nur 14 Prozent informieren sich regelmäßig über Cybersicherheit, während sich 40 Prozent erst im Problemfall damit beschäftigen. Unter den gängigen Schutzmaßnahmen sind zudem nur starke Passwörter sowie Antivirenprogramme mehr als der Hälfte der Befragten (55 bzw. 54 %) überhaupt bekannt. Die Folgen von Cyberkriminalität sind für Betroffene jedoch oft spürbar: 88 Prozent berichten von einem Schaden, ein Drittel von finanziellen Verlusten (33 %).

Zur Sicherheit Checklisten ansehen 
Im Rahmen ihrer Kooperation bauen BSI und ProPK auch ihr Unterstützungsangebot weiter aus. Neben allen Ergebnissen des Cybersicherheitsmonitors finden sich auf den Websites der Partner auch zwei neue „Checklisten für den Ernstfall“:  Diese geben niedrigschwellige Orientierung in den Fällen von Betrug beim Onlineshopping und Identitätsdiebstahl.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und das Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) erheben gemeinsam das Informations- und Schutzverhalten der Bevölkerung sowie ihre Betroffenheit von Cyberkriminalität. Die diesjährige Befragung wurde vom 6. bis zum 12. Januar 2026 durchgeführt. Dabei wurden 3.060 Personen ab 16 Jahren bundesweit befragt und die Ergebnisse anhand der Bevölkerungsstrukturmerkmale Alter, Geschlecht, Bundesland und Bildung in Deutschland gewichtet.

(Quelle: ProPK)

Foto: Tim Reckmann / Pixelio

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