Ein Kripobeamter im Zwiespalt: Fabian Puchelt vom Landeskriminalamt Bayern hat in „Aktenzeichen XY… ungelöst“ eine undankbare Aufgabe. Während seine Kollegen hinten im Aufnahmestudio noch die eingegangenen Hinweise auswerten, soll er am Ende der Sendung schon die neuesten Erkenntnisse präsentieren. Und möglichst auch schon Ergebnisse – sprich: Fahndungserfolge.

Fabian Puchelt zeigt zum Schluss der Sendung noch einmal Kleidungsstücke der toten Babys. Die Spur führt in die ehemalige DDR.
Dass ihm das oft nicht leicht fällt, merkte man ihm auch zum Schluss der jüngsten Sendung an. Denn er will natürlich durch voreilige News nicht die noch laufenden Ermittlungen zu den gezeigten Fällen gefährden, indem er die Täter ebenfalls auf den neuesten Stand bringt und damit vor einem möglichen Zugriff warnt. Aber immerhin gab es zu zwei Fällen bereits interessante und berichtenswerte Reaktionen seitens der Zuschauer. Zum Beispiel zum Fall der beiden toten Säuglinge, der die Zuschauer, wie an den Telefonaten und E-Mails zu spüren war, sehr berührte.
Die Babys wurden in den Jahren 1999 und 2005 in Dortmund und Krefeld aufgefunden. Zumindest eines war brutal ermordet worden. Erst Jahre später hatte sich herausgestellt: Die beiden Kinder haben dieselbe Mutter. Noch rätselhafter war: Eine anonyme Briefeschreiberin bekannte sich als Mutter der beiden Kinder. Bis heute konnte die Frau jedoch nicht ausfindig gemacht werden.
Etliche Hinweise gingen jetzt aber sowohl zu den Kleidungsstücken der Babys als auch zu einer veröffentlichten handschriftlichen Zeile aus den Briefen ein. Einige Anrufer konnten direkte Bezüge in die DDR nennen. Auch Namen wurden bereits genannt. Ob man dadurch tatsächlich der Verfasserin der Briefe, beziehungsweise der Mutter, auf die Spur kommt, wird sich in den nächsten Tagen und Wochen zeigen.
Mehr zum Fall
Die Sendung startete mit der Fahndung nach Hassan Fayas Gyndy. Die Kripo Köln bat um Hinweise auf seinen aktuellen Aufenthaltsort. Der 54-Jährige soll vor neun Jahren seine schwangere Tochter – 19 Jahre alt – ermordet haben. Danach – so die Erkenntnisse der Kripo – war er in den Irak geflüchtet.

Internationale Fahndung: Hassan Fayas Gyndy soll seine 19-jährige schwangere Tochter umgebracht und dann in den Irak geflohen sein. Dank der XY-Zuschauer hat die Kripo eine neue Spur zu ihm aufgenommen.
Noch während der XY-Sendung riefen Hinweisgeber an und nannten einen möglichen Aufenthaltsort des Gesuchten. Sie schickten auch Bilder, die Gyndy zeigen sollen. Ob darauf wirklich der 54-jährige Gesuchte zu sehen ist und ob die Angaben stimmen, wird in den nun eingeleiteten Maßnahmen überprüft. Die Kripo Köln arbeitet jetzt in diesem Fall mit dem Bundeskriminalamt eng zusammen.
Mehr zum Fall
Fotos: Securitel / ZDF
03.06.26 wel / SC

