Bizarre Rauschzustände

Badesalz aus dem Internet kann tödlich wirken

München (dapd). Chemiker des LKA gehen davon aus, dass sich Konsumenten mit den Substanzen leicht tödlich überdosieren könnten. Sie wirken teilweise stärker als Ecstasy, Speed oder Kokain. «Die Dunkelziffer ist riesig, die Polizei bekommt davon in der Regel nichts mit», sagt Bernd Kreuzer vom Drogendezernat des Bayerischen Landeskriminalamts (BLKA). Die neuen Designerdrogen werden zumeist in chinesischen Chemie-Laboren hergestellt.

In der Suchtabteilung des Münchener Isar-Amper-Klinikums werden mittlerweile alle zwei Wochen junge Konsumenten wegen einer Überdosis an «Research Chemicals» eingeliefert. Chefarzt Felix Tretter sagt: «Die Patienten haben sehr bizarre Rauschzustände, Wahnvorstellungen, sind völlig desorientiert.»

Behörden sind überfordert
Juristisch ist der «Research Chemical»-Markt nur schwer in den Griff zu bekommen, weil die Labors schneller neue synthetische Wirkstoffe entwickeln, als sie die Behörden verbieten können. Jede molekulare Variante muss einzeln in das Betäubungsmittelgesetz aufgenommen werden. Das kann bis zu einem Jahr dauern. «Research Chemicals», die noch nicht ins Betäubungsmittelgesetz aufgenommen wurden, fallen lediglich unter das Arzneimittelgesetz – der Kauf ist damit legal.

18.11.2011 dv