Zwei Leichen liegen mit Blutpfützen neben ihren Köpfen auf dem Boden. Ein Kripo-Beamter kniet neben ihnen. Im Hintergrund fotografiert ein Mitglied der Spurensicherung den Tatort.

Rätselhafter Dreifachmord

Mallorca: Bluttat auf der Finca

(XY-Sendung vom 7. Oktober 2026)
1997 werden der Gastronom Manfred Meisel, sein achtjähriger Sohn sowie eine Angestellte auf Mallorca erschossen. Bis heute ist der Fall ungeklärt.

Zwei Leichen liegen mit Blutpfützen neben ihren Köpfen auf dem Boden. Ein Kripo-Beamter kniet neben ihnen. Im Hintergrund fotografiert ein Mitglied der Spurensicherung den Tatort.

XY-Szenenfoto

Es ist eines der rätselhaftesten Verbrechen auf Mallorca. Ereignet hat sich die Tat in der Nacht zum 12. November 1997. Tatort: die Finca des deutschen Gastronoms und “Bierkönig“-Betreibers Manfred Meisel bei S’Aranjassa. Der Hausherr, sein achtjähriger Sohn Patrick und die Tierpflegerin Claudia Leisten, die auf dem Anwesen arbeitete, wurden eiskalt erschossen. Der oder die Täter gingen gezielt und professionell vor.

Vom Gastronomen zum Millionär
Meisel wandert Ende der 80er-Jahre von Frankfurt am Main nach Mallorca aus. Dort machte er den “Bierkönig“ zu einem der bekanntesten Party-Lokale der Insel. Neben der Gastronomie betreibt er  Europas größte Papageien-Zucht. Auf seinem Anwesen leben rund 2.200 Vögel. Ihr Wert geht in die Millionen.

Manfred Meisel, der Chef des Lokals „Bierkönig“

Manfred Meisel †

Die Polizei verfolgt über Jahre unterschiedliche Ermittlungsansätze. Als mögliches Tatmotiv gelten zum Beispiel wirtschaftliche Rivalitäten in Zusammenhang mit der Vogelzucht. Auch mögliche Verbindungen zur Organisierten Kriminalität werden überprüft – ohne Erfolg.

Raubmord wahrscheinlich
2007 wird ein Tatverdächtiger aus dem Umfeld Manfred Meisels festgenommen. Ein persönliches Motiv steht im Raum. Für eine Anklage reichen die Indizien jedoch nicht aus.

Da Manfred Meisel nach wie vor deutscher Staatsbürger war, sind auch deutsche Behörden für den Fall zuständig. Aus ihrer Sicht spricht einiges für einen Raubüberfall. Auf den ersten Blick wurde aus der Finca zwar nichts geraubt. Meisel hatte den Tresorschlüssel beim Mord in der Hosentasche. Der Gastronom soll aber viel Bargeld zu Hause gehabt haben, das sich nicht zwangsläufig im Tresor befunden haben muss. Rätselhaft bleibt auch, dass die Wachhunde auf dem Grundstück nicht angeschlagen haben. Wurden sie betäubt? Neue Erkenntnisse legen das nahe.

Karte von Mallorca. Darauf eingezeichnet: Die Finca des Ermordeten und der „Bierkönig“

Schauplatz des Verbrechens auf Mallorca.

Spuren am Tatort
Unklar bis heute: Agierte der Mörder allein oder waren mehrere Personen an der Tat beteiligt? Schuhabdrücke am Tatort belegen, dass zumindest einer der Täter kleine Füße und damit vermutlich auch eine kleine Statur hatte.

Als Tatwaffe diente eine Handfeuerwaffe, Kaliber 6.35 mm. Am Tatort fand man Munition des südafrikanischen Herstellers „PMP“ und der tschechischen Firma „S6B“.

 Ermittlungen laufen weiter
In Spanien ist der Fall inzwischen verjährt. Wegen Meisels deutscher Staatsbürgerschaft ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main jedoch weiter. Sie hat die Hoffnung, dass sich nun, fast 30 Jahre nach der Tat, hilfreiche Zeugen melden.

Fragen nach Zeugen:

  • Wer hat Informationen über Manfred Meisel, sein Umfeld oder über die Zeit rund um die Tat? Das Verbrechen ereignete sich in der Nacht zum 12. November 1997.
  • Wer hat verdächtige Beobachtungen gemacht, die mit der Tat in Verbindung stehen könnten?
  • Wem gehörte 1997 eine Handfeuerwaffe Kaliber 6.35, möglicherweise in Verbindung mit der verwendeten Munition?
  • Hat sich der Täter oder einer der Täter jemandem anvertraut, die Tat gestanden oder Andeutungen gemacht?

 Zuständig: Kripo Frankfurt/Main, Telefon: 069 / 755 983 99
(ab 8. Oktober: 069 / 75 50)
E-Mail: mordkommission.ppffm@polizei.hessen.de