KI wird zum Risiko

Betrugsmaschen perfektioniert

Landeskriminalamt (LKA) und Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnen aktuell besonders vor KI-gestützten Betrugsmaschen, die klassische Betrugsformen deutlich glaubwürdiger machen.

Moderne KI-Technologien ermöglichen es Tätern, Stimmen, Bilder, Videos und Texte täuschend echt zu imitieren. Damit erschleichen sie sich Vertrauen und gelangen an Geld oder sensible Daten.

Diese KI-Betrugsmaschen sollte man kennen, um sich davor schützen zu können:

Love Scamming mit KI-Profilen
Betrüger erstellen künstliche Identitäten mit KI-generierten Fotos und Nachrichten. Über Dating-Plattformen oder soziale Netzwerke bauen sie Vertrauen auf. Nach wochenlangem, liebevollem Kontakt bittet der vermeintliche Partner plötzlich um Geld für eine dringende Operation oder einen Flug, damit ein Treffen möglich wird.

Sextortion und digitale Erpressung
Vor allem junge Menschen werden über soziale Medien kontaktiert. Ein Betrüger schickt ein manipuliertes Nacktbild des Opfers und droht, es an Freunde und Familie zu verschicken, wenn nicht sofort Geld gezahlt wird.

Gefälschte Finanz- und Anlage-Angebote
Mit Deepfake-Videos von bekannten Persönlichkeiten werben Kriminelle für vermeintlich sichere Geldanlagen, Kryptowährungen oder Gesundheitsprodukte. Wer investiert, verliert im Nu sein Geld an Betrüger.

Perfekt formulierte Phishing-Nachrichten
Die Täter können mithilfe von KI täuschend echte E-Mails, SMS oder Messenger-Nachrichten im Namen von Banken, Behörden oder Paketdiensten erstellen. Ziel der Phishing-Nachrichten ist oft die Erlangung von Zugangsdaten oder Kreditkarten-Informationen.

Schockanrufe mit geklonter Stimme
Mithilfe von KI können Betrüger aus kurzen Sprachaufnahmen die Stimme von Angehörigen nachahmen. In einem Anruf werden eine Notlage vorgetäuscht – etwa ein schwerer Verkehrsunfall oder eine Notoperation – und der dringende Bedarf einer Geldüberweisung, zum Beispiel um eine Haftstrafe abzuwenden oder eine lebensrettende Behandlung zu bezahlen.

So kann man sich schützen:

  • Nicht unter Druck setzen lassen – auch nicht bei vertraut klingenden Stimmen oder bekannten Gesichtern!
  • Im Zweifel das Gespräch beenden und die betreffende Person über eine bekannte Nummer selbst anwählen und kontaktieren!
  • Keine sensiblen Daten, Passwörter oder Zugangsdaten weitergeben!
  • Kein Geld überweisen, ohne die Angaben unabhängig überprüft zu haben!
  • Innerhalb der Familie ein Kennwort für Notfälle vereinbaren!
  • Sparsam mit persönlichen Informationen, Fotos, Videos und Sprachaufnahmen in sozialen Medien umgehen.
  • Bei Betrugsverdacht sofort Anzeige bei der Polizei erstatten!

(Quelle: VZ-RLP)

Symbolfoto:  Gerd Altmann / pixabay

22.07.26  wel