(XY-Sendung vom 7. Oktober 2026)
2011 und 2012 wurden in Sachsen sowie in Tschechien zwei Babyleichen gefunden. Ermittlungen der Polizei ergaben, dass die beiden Kinder Geschwister waren.
Auch fast 15 Jahre nach dem Fund der Babyleichen lassen diese beiden Fälle die Ermittler diesseits und jenseits der deutsch-tschechischen Grenze nicht los. Aufgrund der DNA der Babys steht zweifelsfrei fest, dass sie dieselbe Mutter haben, mit hoher Wahrscheinlichkeit auch denselben Vater. Doch wie und warum kam es zum Tod der beiden Babys?
In Altkleider-Container entdeckt
Der erste tote Junge wurde am 19. Januar 2011 in einem Altkleider-Container im Schwarzenberger Stadtteil Sonnenleithe gefunden. Der voll entwickelte Säugling muss laut Polizei kurz nach seiner Geburt erstickt worden sein. Die Babyleiche war in ein Handtuch gewickelt und in zwei Plastiktüten verpackt. Obwohl rund 1.500 Personen überprüft wurden, gelang es der Kripo Zwickau bisher nicht, den Fall zu klären.
Das zweite tote Baby, der Bruder des Jungen aus Schwarzenberg, wurde am 2. Juni 2012 neben der Landesstraße 210 gefunden, die südlich der tschechischen Stadt Rotava durch ein Waldgebiet führt. Rotava befindet sich nur knapp zehn Kilometer von der deutsch-tschechischen Grenze entfernt.
In diesem Fall konnte die Todesursache nicht mehr festgestellt werden. Das Kind war jedoch nach der Geburt ebenfalls lebensfähig.
Hinweis auf Unbekannten
Bei ihren Ermittlungen stieß die tschechische Polizei aus Karlsbad auf eine Autofahrerin, die am Tag vor dem Leichenfund eine wichtige Beobachtung gemacht hatte. Am 1. Juni 2012 war ihr ein unbekannter Mann aufgefallen, der seinen Wagen auf Höhe der Fundstelle auf der anderen Straßenseite geparkt hatte. Was er dort im Wald wollte, ist nicht bekannt.
Personenbeschreibung:
Der unbekannte Autofahrer soll dunkle Haare gehabt haben und schlank gewesen sein. Sein Auto war dunkel und soll ein deutsches Kennzeichen gehabt haben. Weitere Details konnte die Zeugin nicht nennen.
Gefundene Gegenstände:
- blaues Handtuch, DDR-Fabrikat (1975-1986), VEB Frottana;
- Plastiktüte von „Penny“
- Plastiktüte vom Schwarzenberger Weihnachtsmarkt
Fragen nach Zeugen:
- Wer kann Angaben zum Tod der beiden Säuglinge bzw. zu ihren Eltern machen?
- Wer kann Hinweise zu den in Schwarzenberg aufgefundenen Gegenständen geben?
- Wer glaubt, den unbekannten Mann zu kennen, der am 1. Juni 2012 an der Straße nahe dem Fundort bei Rotava gesehen wurde?

Belohnung:
Für Hinweise, die zur Aufklärung der beiden Fälle führen, wurde von der Staatsanwaltschaft Chemnitz eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro ausgesetzt.
Zuständig:
Bundeskriminalamt Wiesbaden, Telefon: 0611 / 55 18 140






