Ein junger Mann hockt zwischen Bäumen und durchsucht den Inhalt eines Rucksacks.

Zwei tote Babys

Kripo sucht die Mutter

(XY-Sendung vom 3. Juni 2026)
Jahrzehnte nach dem Fund zweier Babyleichen in Dortmund und Krefeld ermittelt die Kripo weiter. DNA-Treffer ergaben, dass die 1999 und 2005 gefundenen Babys Geschwister waren.

Ein junger Mann hockt zwischen Bäumen und durchsucht den Inhalt eines Rucksacks.

XY-Szenenfoto

Am 25. Dezember 1999 entdecken zwei junge Männer beim Fußballspielen im Schulte-Witten-Park in Dortmund einen herrenlosen Rucksack. Darin liegt eine Babyleiche. Das Mädchen ist höchstens zwei Wochen alt und durch Gewalteinwirkung gestorben, wie die Untersuchung ergibt. Seine Mutter ist bis heute unbekannt.

Satellitenkarte von Krefeld. Darauf eingezeichnet: Der Fundort des Babys

Der tote Junge wurde in der Nähe des Krefelder Hauptbahnhofs gefunden.

Zweiter Fund in Krefeld
Rund fünfeinhalb Jahre später, am 11. Mai 2005, finden städtische Gärtner in Krefeld ebenfalls einen Rucksack – darin ein neugeborenes Kind. Der Rucksack liegt an einem Spazierweg in der Nähe des Hauptbahnhofs, zwischen Ritter- und Virchowstraße. Diesmal ist es ein Junge, nur wenige Tage alt. Kurz darauf wendet sich eine anonyme Person in Briefen an die Polizei. Sie gibt vor, die Mutter des Babys zu sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass das zutrifft.

Schriftprobe von einem der anonymen Briefe

Schriftprobe von einem der anonymen Briefe. 

Die Polizei vermutet, dass die Verfasserin möglicherweise aus der ehemaligen DDR stammt. Darauf deuten linguistische Untersuchungen hin. Und auch das verwendete Buchhaltungs-Papier spricht dafür. Der genaue Inhalt der Briefe ist aus ermittlungstaktischen Gründen bis heute unter Verschluss.

DNA-Treffer offenbart Tragödie
Mehr als zwanzig Jahre nach diesen grausamen Funden führt ein sogenannter „Spur-Spur-Treffer“ in der bundesweiten „Datenbank für Vermisste und unbekannte Tote“ zu einer erschütternden Erkenntnis: Das Mädchen in Dortmund und der Junge in Krefeld hatten dieselbe Mutter, sie waren Halbgeschwister. Die Kripo hofft, über die bei den toten Babys gefundenen Gegenstände die Mutter ermitteln zu können.

Einige der Kleidungsstücke, die das Baby von Dortmund trug und der Rucksack, in dem es gefunden wurde.

Mit dieser Kleidung und in diesem Rucksack wurde das Baby in Dortmund gefunden.

Gefundene Gegenstände in Dortmund:

  • schwarzer Kunstleder-Rucksack, No-Name-Produkt, Metallschild mit Aufdruck „Viaggio Collection“;
  • mehrere Kleidungsstücke: hellblauer Strampelanzug mit Elefanten-Motiv, blaue Hose,  schwarz-roter Ringel-Pullover, rosa-blau-gestreiftes Jäckchen, Knopfleiste mit Bärchen und Zahlen.
    Der blaue Strampelanzug und die blaue Hose könnten darauf hindeuten, dass in der Familie bereits ein männliches Geschwisterkind lebte.

    Das Baby in Krefeld wurde in diesen Pullover gewickelt und in diesen Rucksack gelegt.

    Das Baby in Krefeld war in diesen Pullover eingewickelt und lag in diesem Rucksack.

Gefundene Gegenstände in Krefeld:

  • blau-schwarzer Nylon-Rucksack “Adidas-Equipment“ .
    Ermittlungen ergaben, dass es sich um eine Produkt-Fälschung handelte.
  • beige-farbener Erwachsenen-Pulli, Marke “Ciccia Bella“.

Fragen nach Zeugen:

  • Wer kennt eine Frau, die 1999 im Raum Dortmund und im Jahr 2005 im Raum Krefeld schwanger war und danach jeweils kein Kind hatte?
    Verdacht der Kripo: Die Mutter verkehrte möglicherweise im Drogen- oder Prostituiertenmilieu.

    Satellitenkarte des Schulte-Witten-Parks in Dortmund

    Fundort der Babyleiche in Dortmund

  • Wer kann die Handschrift und das Buchhaltungspapier einer bestimmten Person zuordnen?
  • Erkennt jemand die Rucksäcke oder die gefundene Kleidung und kann sie einer bestimmten Person zuordnen?

Belohnung
Für Hinweise, die zur Aufklärung der beiden Fälle führen, ist eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt.

Zuständig: Kripo Dortmund, Telefon: 0231 / 132 79 99
(ab 4. Juni: 0231 / 13 20)