Online-Flirts mit Folgen – Polizei warnt vor «Sexpressung»

Düsseldorf (dpa/ots) – Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat erneut eindringlich vor einer neuen Online-Erpressungsmasche gewarnt. Dabei wird den Empfängern mit der Veröffentlichung von Sex-Videos gedroht. In manchen Fällen könnten die Erpresser wirklich mit pikantem Material aufwarten.

«Es sind Fälle bekannt, bei denen tatsächlich kompromittierende Aufnahmen gestreut wurden», warnte das Landeskriminalamt auf Anfrage. Die Unbekannten behaupten, die Betroffenen bei Video-Chats nackt – oft bei der Selbstbefriedigung – gefilmt zu haben. Nur die Zahlung von mehreren Hundert oder Tausend Euro könne die Veröffentlichung verhindern. Die Masche wird «Sexpressung» oder «Sextortion» (von extortion – Erpressung) genannt.

Daten aus dem Darknet 
Als angeblichen Beweis präsentieren die Täter Passwörter oder persönliche Daten der Betroffenen. Diese stammen oft aus zurückliegenden Hacking-Angriffen gegen große Provider oder Online-Dienstleister. Die Täter erwerben die Daten im Darknet und nutzen Sie für Ihre Zwecke. In anderen Fällen nehmen die Täter Kontakt über soziale Netzwerke auf. Sie animieren die Opfer in einem Videochat zu sexuellen Handlungen, filmen alles mit und drohen mit der Veröffentlichung.

Das LKA empfiehlt, den Geldforderungen der Betrüger nicht nachzukommen und das Betriebssystem sowie den Virenschutz aktuell zu halten. Zusätzlich sollte die Webcam in Zeiten der Nichtnutzung deaktiviert oder abgeklebt werden. «Lassen Sie sich nicht durch Drohmails erpressen und erstatten Sie in jedem Fall Anzeige bei der Polizei», rät das Landeskriminalamt NRW.

04.02.19  wel