Angst vor Verbrechern?

ABUS stellt «Sicherheitsstudie 2020» vor

In Sachen Kriminalität fühlen sich die Deutschen relativ sicher. Und das obwohl fast jeder Zweite schon einmal Opfer eines Verbrechens wurde. Das geht aus der «Sicherheitsstudie 2020» hevor, die im Auftrag des Sicherheitsexperten ABUS erstellt wurde.

Wetter/Ruhr – Im Auftrag des Sicherheitsexperten ABUS hat das Marktforschungsinstitut «YouGov» eine repräsentative Umfrage zur Erhebung des Sicherheitsgefühls der Deutschen durchgeführt. Das Ergebnis: Die Befragten fühlen sich mehrheitlich sicher. Allerdings gab jeder Dritte an, sich wenig oder sogar überhaupt nicht sicher zu fühlen.

Sicherer als vor 12 Monaten fühlen sich gerade einmal drei Prozent aller Befragungsteilnehmer. Dem gegenüber sind 40 Prozent der Meinung, dass Deutschland in den vergangenen 12 Monaten unsicherer geworden sei. Am größten ist die Angst vor Gewalt und Körperverletzung – knapp die Hälfte (48 Prozent) nannte diese Delikte auf Rang eins der drei Verbrechen, die sie am meisten fürchten. Ein gutes Viertel benannte hier die Angst vor einem Wohnungseinbruch.

Sicherheit wird bezuschusst 
«Diese Zahl hat uns schon überrascht», so Michael Bräuer, Leiter Öffentlichkeitsarbeit beim Sicherheitsexperten ABUS. «Wir gehen davon aus, dass nur wenige der deutschen Haushalte über einen sogenannten Grundschutz verfügen – also ein Mindestmaß an Sicherheits­technik zur Abwehr von Einbrechern.»


Hintergrund

ABUS
Als Anbieter von Sicherheitstechnik bietet  ABUS  seit Gründung im Jahr 1924 Lösungen für ein Plus an Sicherheit. Rund 3.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für das global ausgerichtete und inhabergeführte Familienunternehmen tätig. Das Produkt-Portfolio von ABUS erstreckt sich von mechanischer und elektronischer Sicherheitstechnik für private wie gewerbliche Anwender bis hin zu Sicherheitslösungen für Zweiradfahrer. 


Es bestehe also eine deutliche Lücke zwischen der Angst vor dem Delikt und entsprechenden Maßnahmen zum Schutz davor. Bräuer weist darauf hin, dass bereits mit relativ einfachen Mitteln, beispielsweise zusätzlichen Sicherungen an Fenstern und Türen, für ein deutliches Plus an Sicherheit gesorgt werden kann. Und dabei wird man in finanzieller Hinsicht nicht einmal allein gelassen. «Wer in Sicherheitstechnik investiert, die von Profis eingebaut wird, profitiert aktuell von einer staatlichen Förderung von bis zu 20 Prozent», erklärt Bräuer.

Seelische Folgeschäden bei Einbrüchen
Erschreckend hoch ist die Zahl derjenigen, die selbst bereits Opfer eines Verbrechens wurden. Das gaben 47 Prozent der Befragten an. Am häufigsten erlebten sie einen Raub oder einen Diebstahl (19 Prozent), dicht gefolgt von Betrug bzw. Trickbetrug (16 Prozent). Bei jedem Zehnten der Befragten wurde bereits mindestens einmal eingebrochen.

Geht es um das Thema Wohnungseinbruch, spielt nicht die Angst vor wirtschaftlichen Schäden beziehungsweise materiellen Verlusten (14 Prozent) die Hauptrolle. Viel stärker wiegen die seelischen Schäden, die ein Einbruch hinterlässt. 52 Prozent der Befragten gab dies an.


Hintergrund

YouGov

«YouGov» ist eine internationale Data and Analytics Group. Ihre Daten basieren auf einem hochgradig partizipativen Panel, bestehend aus weltweit 11 Millionen Menschen. Aus diesem kontinuierlichen Datenstrom, kombiniert mit einer breiten Forschungsexpertise und Branchen-Erfahrung, wurde eine systematische Forschungs- und Marketingplattform entwickelt. Mit 41 Standorten in 25 Ländern und Panelmitgliedern in 44 Ländern verfügt «YouGov» nach eigenen Angaben über eines der zehn größten Marktforschungsnetzwerke weltweit.
Für die  «Sicherheitsstudie 2020»  wurden 2.082 Probanden vom 14. bis 16. September 2020 befragt.


Zur gleichen Erkenntnis kommt auch die Opferschutz-Organisation «Weisser Ring». „Die psychischen Folgen eines Wohnungseinbruchs sind teilweise so gravierend und traumatisierend, dass Einbruchsopfer ihren Wohnort wechseln“, so Bianca Biwer, Bundesgeschäftsführerin des von Fernsehfahnder Eduard Zimmermann († 2009) gegründeten Vereins.

Wichtig: Aufmerksame Nachbarn 
Auf die Frage, was ausschlaggebend für ein gutes Gefühl der Sicherheit ist, nannten die Befragten eine gute und aufmerksame Nachbarschaft (60 Prozent) sowie den Einsatz von Licht (50 Prozent) als wichtigste Faktoren. Absicherungs­systeme wie Alarmanlagen benannten 39 Prozent der Teilnehmer als probates Mittel für ein Plus an Sicherheit.

Im Rahmen der Studie wurden auch Sondereffekte erkundet, die durch die «Corona»-Pandemie bedingt sind. Dabei gaben rund 14 Prozent der Befragten an, sich in Zeiten der Pandemie unsicherer in Bezug auf Kriminalitätsdelikte zu fühlen. Rund acht Prozent gaben in diesem Zusammenhang an, dass sie selbst oder jemand aus dem Bekanntenkreis bereits Opfer einer «Corona»-spezifischen Betrugsmasche geworden sind.

Foto:  Daniel Maurer / dpa

25.11.20 wel