Schleuser- und Drogenring zerschlagen

Koblenz/Berlin (dapd). Polizei und Zoll haben einer Bande internationaler Drogenschmuggler und Menschenschleuser das Handwerk gelegt. Wie die Bundespolizeidirektion Koblenz am Dienstag mitteilte, wurden bei Hausdurchsuchungen in Hessen, Hamburg, Berlin, Sachsen und Belgien insgesamt gegen 17 Personen Haftbefehle vollstreckt.

Bei der Aktion wurden 160 Kilogramm Marihuana, zwei Schusswaffen und 70.000 Euro Bargeld beschlagnahmt. Ferner wurde eine Cannabis-Plantage mit über 1.200 Pflanzen entdeckt. Als Hauptbeschuldigte in Deutschland gelten den Angaben zufolge zwei 34 und 31 Jahre alte Brüder aus Kassel sowie zwei 34 und 32 Jahre alte Männer aus Berlin.

Die Festgenommenen sollten am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Als mutmaßlicher Drogenlieferant und Kopf der Bande wurde ein 45 Jahre alter, in Belgien wohnender Mann festgenommen, wie die Polizei erklärte. Er werde bereits seit Jahren verdächtigt, eine anerkannte «Größe» im Drogengeschäft zu sein.

Kurz nach seiner Verhaftung konnte in Belgien eine tausend Quadratmeter große Marihuana-Plantage in einer alten Fabrikhalle ausgehoben werden. Des Weiteren sollen dieTatverdächtigen schleusungswilligen Personen gefälschte Identitätspapiere für Belgien, Dänemark, Griechenland, Spanien und Rumänien angeboten haben.

Den Geldfluss aus den illegalen Geschäften soll ein 31-jähriger Verdächtiger aus Belgien organisiert haben, indem er in Kassel und Berlin Gelder eintrieb und diese persönlich nach Belgien schaffte. Die beiden beschuldigten Männer sollen nach Deutschland ausgeliefert werden.

19.1.2011